Wie kann man eine Wassertherapie gegen Krampfadern machen?

Wasser ist ein Naturheilmittel und bei Krampfadern (Varizen) und Venenschwäche die gesündeste Therapie ohne Nebenwirkungen. Wechselduschen und kalte Packungen trainieren die Venen und steigern deren Elastizität. Durch den Warm-Kalt-Reiz werden die Venen entlastet, die Durchblutung gefördert und ein Entwässern unterstützt.

Unsere 12 wichtigsten Tipps bei Krampfadern und Venenleiden

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Mit allen Wasseranwendungen stärken Sie zudem Ihr Immunsystem.

Zur Wassertherapie bei Krampfadern gehören:

  • kalte Beingüsse
  • kaltes Fußbad
  • Wechselfußbad
  • Wechselgüsse
  • ansteigende Fußbäder
  • Wassertreten
  • Tau laufen

Tipps zur Anwendung der Wassertherapie

  • Grundsätzlich: niemals kaltes Wasser auf einen kalten Körper. Nach einer Kaltanwendung sofort warm anziehen, um nicht auszukühlen.
  • Tipp: Atmen Sie aus, wenn das kalte Wasser Ihren Körper berührt. So empfinden Sie die Kälte nicht. Halten Sie die Luft an, empfinden Sie das kalte Wasser als unangenehm.
  • Kalte Beingüsse: zuerst das rechte Bein.
  • Beginnen Sie am rechten kleinen Zeh. Hinter dem Knöchel, außen am Bein entlang bis zum Gesäß. Innen am Bein abwärts, und bis zum großen Zeh.
  • Das linke Bein ebenso.
  • Anschließend halten Sie den Wasserstrahl unter die rechte und linke Fußsohle, um die Wirkung zu verstärken.

Kaltes Fußbad:

  • Nehmen Sie hierfür einen breiten Eimer mit kaltem Wasser direkt aus der Leitung. Das Wasser muss bis zur Wade reichen.
  • Tauchen Sie beide Füße 30-60 Sekunden hinein. Anschließend das Wasser gut abstreifen und sofort dicke Wollsocken anziehen und sich aktiv erwärmen.
  • Zur Gewöhnung empfiehlt es sich, mit 10 Sekunden anzufangen.

Wechselfußbad:

  • Hierfür brauchen zwei Eimer oder Kneipp-Fuß-Wannen. Denn gleichzeitig müssen beide Beine bis unterhalb der Knie im Wasser stehen.
  • In den einen Eimer füllen Sie kaltes Leitungswasser (kniehoch). In den andern Eimer 36°-38° warmes Wasser bis unterhalb der Knie.
  • Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und stellen beide Beine 10 Minuten in das warme Wasser und anschließend 10 Sekunden in das kalte Wasser.
  • Wechseln Sie je zweimal. Warm anfangen und kalt aufhören.
  • Das Wasser abstreifen und sofort dicke Socken anziehen.

Wechselgüsse

  • Warmes Wasser langsam und das kalte Wasser schnell
  • In der Reihenfolge: warm, kalt, warm, kalt und zum Schluss kalt die Fußsohle
  • zuerst das rechte Bein
  • Beginnen Sie am rechten kleinen Zeh. Hinter dem Knöchel, außen am Bein entlang bis zum Gesäß. Innen am Bein abwärts, und bis zum großen Zeh. Das linke Bein ebenso.
  • Anschließend halten Sie einen kalten Wasserstrahl unter die rechte und linke Fußsohle, um die Wirkung zu verstärken.
  • Die Arme ebenso. Das stabilisiert den Kreislauf und wirkt sich positiv auf Krampfadern aus.
  • Die Arme in der Reihenfolge: warm, kalt, warm, kalt.
  • Beginnen Sie mit dem rechten Arm am kleinen Finger, weiter hinauf bis zum Schultergelenk. Innen am Arm abwärts und bis zum Daumen. Den linken Arm ebenso.
  • Nach einer Woche haben Sie sich an das kalte Wasser gewöhnt. Ihr Körper reagiert mit einem angenehmen Wärmegefühl.
  • Nach dem Wechselguss das Wasser abstreifen, abtupfen und sofort warm anziehen.

Ansteigende Fußbäder

Das ansteigende Fußbad wirkt sich stark auf das venöse Blut aus und beschleunigt die Rückführung zum rechten Herzen. Bei Herzschwäche ist das eine Belastung der rechten Herzkammer. Darum dürfen ansteigende Fußbäder nur nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden.

  • Füllen Sie einen Eimer Wasser bis eine Handbreite über den Knöchel mit 34° Grad.
  • Nach fünf Minuten gießen Sie heißes Wasser dazu, auf eine Temperatur von 36° Grad.
  • Danach immer nach fünf Minuten heißes Wasser dazu, so dass Sie immer 2° Grad mehr an Wassertemperatur erhalten: 38° Grad, danach auf 40° Grad, wenn Sie es vertragen, bis auf 42° Grad.
  • Nehmen Sie nicht während der Anwendung die Beine aus dem Wasser!
  • Anschließend die Beine kurz mit kaltem Wasser abbrausen. Das Wasser abstreifen, abtupfen und sofort warm anziehen.

Wassertreten:

Wassertreten ist überall möglich. Unterwegs, wenn Sie eine Wassertretstelle entdecken oder in einem Bach. Ob zu Hause in der Badewanne oder in einem hohen Eimer. Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben, füllen Sie ein Kinderplanschbecken mit kaltem Wasser. So können Sie täglich bei Bedarf wassertreten.

Das Wasser sollte knietief sein. Beim Wassertreten gehen Sie im Storchengang. Mit jedem Schritt nehmen Sie ein Bein total raus aus dem Wasser.

Taulaufen

Wenn Sie die Möglichkeit haben, gehen Sie am frühen Morgen im taufeuchten Gras barfuß. Fangen Sie mit einigen Minuten an und steigern das langsam. Beim Taulaufen dürfen Sie nicht übertreiben und auskühlen. Ziehen Sie direkt danach dicke Socken an.

Den therapeutischen Effekt können Sie steigern, indem Sie das Taulaufen mit einer Gymnastik verbinden. Die Wirkung des Taulaufens ist wie bei den kalten Güssen. Sie trainieren und kräftigen Ihre Venen. Der gesunde Nebeneffekt ist, dass Ihr Immunsystem gestärkt wird.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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