Soll man seinen Cholesterinwert mit einer Nahrungsumstellung oder mit Medikamenten senken?

Prinzipiell besser ist natürlich immer, wenn man es ohne Medikamente schafft. Sind die Cholesterinwerte nur leicht erhöht, ist das auch ohne weiteres möglich. Dann führt eine Umstellung der Ernährung in Kombination mit körperlicher Aktivität sowie Verzicht auf Alkohol und Nikotin mit hoher Wahrscheinlichkeit zum erwünschten Erfolg.

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Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, um den Cholesterinspiegel zu senken, ist eine medikamentöse Senkung des Cholesterinwerts sinnvoll. Soweit der Cholesterinspiegel denn eine bedenkliche, sprich gesundheitsgefährdende Höhe hat. Und hier sind wir beim springenden Punkt: Wann der Cholesterinwert zu hoch ist, darüber gibt es geteilte Meinungen. Vertreter der Pharmaindustrie und die von ihnen über Jahre „bearbeiteten“ Ärzte sagen in der Regel „ganz früh“. Kritiker halten das für kommerzielle Panikmache und sehen eine medikamentöse Behandlung erst bei sehr viel höheren Werten als notwendig an.

Kritisches Hinterfragen ist immer gut

Wir kennen die Wahrheit nicht, aber dass aus Marketinginteressen gewisse Risiken bewusst „hochgejazzt“ werden, ist ohne Frage richtig (und traurig). Ein kritisches Hinterfragen der Tabletteneinnahme kann also nicht schaden. Eine komplette Ablehnung der Cholesterinsenker, unabhängig von der Situation und weiterer Risiken, ist aber sicher auch falsch.

Und falsch ist in unseren Augen auch noch ein dritter Weg: "Was soll ich meine Lebensweise ändern, es gibt doch Medikamente". Das ist bequem, aber nicht sehr ratsam. Es ist so, als würde man ein Boot, das mit Wasser vollläuft und unterzugehen droht, fortwährend mit Eimern leeren, anstatt das Loch im Rumpf zu stopfen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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