Schützen Cholesterinsenker vor einem Schlaganfall?

Ja. Wenn Sie stark erhöhte Cholesterinwerte haben und das Problem mit einer Umstellung Ihrer Ernährung und Lebensweise nicht in den Griff bekommen, sind Medikamente oft die beste Option. Die moderneren Cholesterinsenker schützen in diesem Fall nachweislich sowohl vor Herzinfarkt als auch vor einem Schlaganfall.

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LDL-Cholesterin im Fokus

Entscheidend ist dabei das LDL-Cholesterin, also das sogenannte "schlechte" Cholesterin. Liegt der LDL-Wert über 190 mg/dl und gibt es noch einen weiteren Risikofaktor (z.B. Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht), wird eine cholesterinsenkende Behandlung dringend empfohlen. Liegen sogar mehrere Risikofaktoren vor, sollte sogar schon bei LDL-Werten ab 160 mg/dl behandelt werden. Und bei ausgeprägtem Risiko (z.B. nach Herzinfarkt oder bei bekannten schweren Gefäßverengungen am Herzen oder der Halsschlagader) wird eine medikamentöse Therapie schon ab einem LDL-Cholesterin von 100 mg/dl empfohlen.

Am besten untersucht sind in diesem Zusammenhang Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine, z.B. Atorvastatin, Pravastatin oder Simvastatin.

Leicht erhöhte Cholesterinwerte kein Grund zur Panik

Anders sieht es bei leicht erhöhten Cholesterinwerten aus. Hier ist eine Medikamenteneinnahme von zweifelhaftem Nutzen, vor allem in höherem Alter. Leider neigen aber viele Ärzte auch hier zu einer Verschreibung von Cholesterinsenkern. Die Pharmaindustrie hat auch viel dafür getan, dass dem so ist.

Wenn natürlich erhebliche Risiken vorliegen (z.B. früherer Schlaganfall), können auch niedrigere Cholesterinwerte ein Grund zu einer vorbeugenden Behandlung sein.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft

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