Wie wirken Cholesterin-Aufnahmehemmer?

Cholesterin-Aufnahmehemmer lagern sich an der Dünndarmschleimhaut an und hemmen die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung. Ein Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist zum Beispiel Ezetimib.

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Der Effekt dieser Medikamente beruht auf der Hemmung des Cholesterol-Transporters. Das ist ein Proteinkomplex, der die Aufnahme von Cholesterin in die Zellen und damit auch in die Darmwand steuert. Ezetimib & Co blockieren zudem auch die Aufnahme von Gallensäuren im Darm, was sich ebenfalls günstig auf den Cholesterinspiegel auswirkt.

Die Leber arbeitet gegen den erwünschten Effekt

Obwohl auf diese Weise rund 50% weniger Cholesterin im Darm resorbiert wird, ist der Effekt auf den Cholesterinwert im Blut überschaubar – jedenfalls geringer als bei Statinen (Simvastatin & Co). Das liegt daran, dass die Leber auf die verminderte Cholesterinzufuhr aus dem Darm mit einer vermehrten Produktion reagiert. Damit kompensiert sie einen relevanten Teil des (eigentlich erwünschten) Defizits.

Cholesterin-Aufnahmehemmer werden meist erst dann verordnet, wenn Statine alleine nicht ausreichend wirken, und werden dann häufig mit Statinen kombiniert, um einen maximalen Effekt zu erzielen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn