Inwiefern behindern Statine (Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin etc.) das Fitnesstraining?

Die Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine (z.B. Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin, Fluvastatin, Rosuvastatin) behindern weniger das körperliche Training als vielmehr den Fitness-Erfolg. Der Grund dafür besteht nach aktuellem Kenntnisstand in strukturellen und funktionellen Veränderungen der Skelettmuskulatur, die durch die Statine bewirkt werden.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei zu hohen Blutfettwerten

weiterlesen...

Außerdem beeinträchtigen diese häufig verschriebenen Medikamente die Funktion der Mitochondrien. Diese kleinen Zellkraftwerke stehen vor allem im Muskelgewebe unter großer Beanspruchung.

Cholesterinsenker behindern offenbar die Mitochondrien

Eine amerikanische Studie mit Übergewichtigen, die ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes aufwiesen, hat den negativen Statin-Einfluss bestätigt. Durch ein zwölfwöchiges  Trainingsprogramm konnten die Probanden der Kontrollgruppe ihre Herz-Kreislauf-Fitness durchschnittlich um 10% steigern. Bei den Teilnehmern, die gleichzeitig Statine einnahmen, waren es nur 1,5%. Bei ihnen nahm der Mitochondrien-Gehalt im Skelettmuskel sogar ab, während er in der Kontrollgruppe deutlich stieg.

Was tun?

Damit befinden sich der verschreibende Arzt und sein übergewichtiger Patient mit drohendem Herzproblem oder Diabetes in einem Dilemma: Das körperliche Training ist zwar anstrengender als das Pillenschlucken. Dafür ist es auch umfassender wirksam gegen verschiedene Risikofaktoren und Negativereignisse – nicht nur im Herz-Kreislauf-System. Training und Simvastatin & Co zusammen macht, obwohl gerne verordnet, offenbar wenig Sinn.

Angesichts der potenziellen Nebenwirkungen der Statine und der oben beschriebenen Schadeffekte empfiehlt sich auf jeden Fall die Prüfung einer ganzheitlichen nicht-medikamentösen Strategie, die zudem die Gesundheit insgesamt verbessert. Wägen Sie das Für und Wider einer Statin-Behandlung jedenfalls gemeinsam mit Ihrem Arzt ganz genau ab.

Autor: Dr. Hubertus Glaser, Juni 2015

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).