Wann die Fahreignung von Herzpatienten beeinträchtigt ist

Wann darf man mit Herzerkrankung Auto fahren und wann nicht? Ein aktuelles Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie liefert hierzu neue Empfehlungen, die teilweise erheblich von den gesetzlichen Bestimmungen abweichen. Begründung: Diese seien zu unspezifisch und in einigen Punkten auch veraltet.

Einer der wesentlichsten Unterschiede betrifft die Zeit nach einem Herzinfarkt. Die gesetzlichen Bestimmungen sehen hier ein drei bis sechs Monate dauerndes Fahrverbot für Privatfahrer vor. Die Herzspezialisten gehen in ihrem Positionspapier dagegen von einer Fahrtüchtigkeit nach 14 bis 30 Tagen aus.

Bei Einsatz eines Herzschrittmachers sprechen sich die Kardiologen für eine Fahrerlaubnis bereits nach einer Woche aus (Gesetzgeber: drei Monate). Auch Berufsfahrer könnten demnach nach drei Monaten wieder unterwegs sein (Gesetzgeber: komplettes Fahrverbot).

Allerdings ist dabei eines zu bedenken: Im Falle eines Unfalls entscheidet über eine mögliche "Fahrlässigkeit" der Gesetzgeber. Herzpatienten müssen also wohl darauf warten, dass der sich bald dem Positionspapier anschließt.


WANC 18.02.11
Quelle: Deutsche Herzstiftung, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK - Klein H.H. et al., "Fahreignung bei kardiovaskulären Erkrankungen", Der Kardiologe 2010)

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