Mediterrane Ernährung gut für die Gefäße

Es hat sich mal wieder bestätigt: Die Mittelmeerkost schützt unsere Gefäße und ist daher vor allem Menschen mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugend zu empfehlen.

Frisches Obst, Gemüse und Kräuter, Vollkornprodukte, Pflanzenöle, Milchprodukte und Seefisch: Das klingt nicht nur gesund, sondern ist es auch. Die wertvollen Produkte, die die Gegend rund ums Mittelmeer zu bieten hat, gelten allgemein als ausgewogen und gesund. Wer unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, tut seinen Gefäßen damit viel Gutes.

Mediterran versus fettreduziert

Das zeigte erneut eine Studie mit knapp 7500 Teilnehmern, die entsprechend gefährdet waren. Sie litten alle bereits unter einem Diabetes mellitus und hatten zudem diverse weitere Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck, Übergewicht oder hohe Blutfettwerte. Es wurden drei Gruppen gebildet. Eine diente lediglich der Kontrolle und bekam eine fettreduzierte Kost. Die anderen wurden mediterran verköstigt, wobei ein Teil zusätzlich Olivenöl, der andere 30 g Nüsse pro Tag erhielt.

Wieso Öl und Nüsse? Sie enthalten wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die Entzündungen eindämmen und Ablagerungen in den Gefäßwänden stabilisieren können. Bei einer Arteriosklerose lösen sich dadurch seltener gefährliche Thromben ab, die die Gefäße verlegen können und für Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich sind.

Mittelmeer war überlegen

Dann beobachteten die Wissenschaftler ganz nüchtern, welche Teilnehmer einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten bzw. erkrankungsbedingt starben. Es zeigte sich: Das Risiko für schwere sogenannte kardiovaskuläre Ereignisse war in den beiden Mittelmeergruppen geringer als in der Vergleichsgruppe mit der Magerdiät.

Wohlgemerkt: Die Probanden der Interventionsgruppen ernährten sich nicht fettreduziert, sondern lediglich frisch und ausgewogen. Das wirft die Frage auf, ob bei den Ernährungsempfehlungen statt konkreter Nährstoffangaben nicht eher die allgemeine Kostform mit einer entsprechenden Auswahl an Lebensmitteln im Vordergrund stehen sollte. In den bisherigen Studien zahlte sich eine fettreduzierte Diät jedenfalls nicht aus.

Auf die Fettverteilung kommt es an

Wichtiger als das Körpergewicht könnte außerdem die Körperform sein, gemessen anhand des Taillenumfangs. Die sogenannte "Birnenform" mit korpulentem Bauch und vergleichsweise dünnen Armen und Beinen gilt als ungünstig. Dabei tummelt sich viel Fett um die inneren Bauchorgane. Auch hier kann die Mittelmeerkost mehr bewegen als eine rein fettreduzierte Ernährung.

Statt Kalorien zu zählen könnte es sinnvoller sein, einfach mehr zu frischen Produkten, pflanzlichen Fetten und hochwertigen Proteinen zu greifen. Zucker- und stärkehaltige Lebensmittel, die sich in sämtlichen verarbeiteten Produkten verbergen, sollten Sie dagegen meiden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

 

Studie: Estruch R et al. Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet Supplemented with Extra-Virgin Olive Oil or Nuts. N Engl J Med 2018; 378: e34. doi: 10.1056/NEJMoa1800389.

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