Depression nach Herzinfarkt: nicht nur ein psychisches Problem

Depressionen und Herzinfarkt hängen zusammen. So kann ein Herzinfarkt Depressionen auslösen, genauso wie Depressionen zu einem Herzinfarkt führen können. Nun haben israelische Ärzte festgestellt, dass Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, aber auch eine Depression haben, es schwerer haben, sich wieder zu erholen.

Häufiger zurück ins Krankenhaus

Untersucht wurden 632 Herzinfarkt-Patienten im Alter unter 65 Jahren. Deren Daten wurden bei ihrer ersten Krankenhauseinweisung in den Jahren zwischen 1992 und 1993 erhoben. Und dann ein zweites Mal im Jahr 2005. Dabei stellte sich heraus, dass alle Patienten ein hohes Risiko tragen, wieder ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Aber bei denjenigen, bei denen zusätzlich eine depressive Verstimmung diagnostiziert worden war, lag die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Aufenthalt im Krankenhaus um 14% höher.

Depressive Verstimmung sorgt für ungesünderes Leben

Eine große Rolle spielt dabei der Lebenstil der betroffenen Personen. So haben die Auswertungen bestätigt, was frühere Studien zum Zusammenhang von Depressionen und Herzinfarkt auch schon ergeben haben: Depressive Herzinfarkt-Patienten leben ungesünder und sie sind auch weniger gewillt, ihr ungesundes Verhalten zu verändern. Sie werden im Vergleich zu Betroffenen ohne Depression zu 20% weniger körperlich aktiv, sie nehmen um 26% weniger an Rehabilitationsprogrammen teil und auch ihre Erfolgsquote beim Aufhören mit Rauchen ist um 25% geringer.

WANC 17.02.2012
Quelle: Journal of Psychosomatic Research

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Depression finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Depression

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