Lebenslang haltbare Herzklappen

Kinder mit angeborenen Herzfehlern benötigen oft eine neue Herzklappe. Bisher ist das ein schwieriges und riskantes Unterfangen. Jetzt testen Mediziner eine neue Art von Herzklappen, die nicht abgestoßen werden, ein Leben lang halten sollen und sogar mitwachsen können.

Die neue Herzklappen tragen den Namen Homograft. Der Begriff Homograft bedeutet, dass der Spender ein Mensch ist (Homo = Mensch, graft = Spender). Bei diesen Herzklappen werden die in den Zellen enthaltenen individuellen Merkmale entfernt. Übrig bleibt im Grunde nur das Gerüst einer Herzklappe. Wird dieses implantiert, kann es sich dem neuen Körper optimal anpassen.

Erste Zwischenbilanz macht viel Hoffnung

Bei bisher 47 operierten Kindern hat das bereits ausnahmslos funktioniert. Bei keinem wurde die Klappe abgestoßen, keines der Kinder musste erneut operiert werden und die Mediziner konnten sogar feststellen, dass die neue Herzklappe mitgewachsen ist. In der nächsten Stufe sollen jetzt 200 Kinder und Jugendliche eine solche Homograft erhalten.

Die neuen Herzklappen würden für viele Betroffene eine echte Verbesserung bedeuten. Denn die beiden bisher verwendeten Formen von Herzklappen haben gerade für Kinder viele Nachteile. Mechanische Herzklappen verlangen nach einer dauerhaften Verdünnung des Blutes, was aber bei Kindern gefährlich sein kann, warnen die Ärzte. Biologische Herzklappen – also Herzklappen von Tieren oder Menschen – müssen nach acht bis zehn Jahren ausgetauscht werden. Der Austausch wird aber mit jedem Mal risikanter, da das Sterberisiko sich proportional zu der Zahl der erneuten Operationen erhöht.

WANC 03.01.2012
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

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