Herzgefahr durch "gehärtete" Fette

Trans-Fettsäuren (TFA) in Lebensmitteln können Herz und Kreislauf schaden. Ernährungsexperten beklagen nun, dass für den Verbraucher kaum zu überschauen sei, in welchen Produkten wie viele Trans-Fettsäuren enthalten sind und bei welchen es gelungen sei, die Anteile zu senken. Denn eine Studie der Universität Jena bestätigt, dass die Durchschnittswerte in einzelnen Lebensmittelgruppen durchaus reduziert wurden. Bei anderen sind die Anteile aber immer noch sehr hoch, vor allem bei Back- und Süßwaren.

Jeder Fünfte verzehrt zu viele Trans-Fettsäuren

Eigentlich sollen Trans-Fettsäuren täglich nicht mehr als 1% unserer Energieaufnahme ausmachen. Das hat gute Gründe. Trans-Fettsäuren wirken nämlich sehr ungünstig auf den Cholesteringehalt in unserem Blut: Sie erhöhen das LDL-Cholesterin – auch das schlechte Blutfett genannt – und senken das HDL-Cholesterin – das gute Blutfett. Wenn dieses Verhältnis aber ungünstig ist, dann erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt. Ob darüber hinaus auch das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs steigt, wird befürchtet, ist aber bisher nicht nachgewiesen.

Rund 20% der Menschen verzehren derzeit mehr Trans-Fettsäuren, als gesund ist. Wissenschaftler der Universität Jena haben nun versucht herauszufinden, woher diese Fette eigentlich stammen. Sie untersuchten Fertiglebensmittel, und zwar 53 Kartoffelprodukte, 60 Backwaren und 116 Süßwaren. Sie fanden TFA-Anteile von 0 bis 38% bezogen auf den gesamten Fettgehalt.

Vorsicht, wenn irgendwo "gehärtet" steht

Das zeigt zweierlei: Erstens scheint es offensichtlich durchaus möglich, die Herstellung von Lebensmitteln so zu steuern, dass der TFA-Gehalt nicht zu hoch ist. Und zweitens: Der Verbraucher kann nicht erkennen, wie hoch der Gehalt in den einzelnen Lebensmitteln wirklich ist.

Als einziges Indiz gibt es den Wissenschaftlern zufolge den Hinweis “gehärtet” auf der Packung. Der ist bei der Verarbeitung von gehärteten Fetten Pflicht. Jedes zweite Produkt mit dieser Angabe hatte TFA-Anteile von über 2%. Die Aufschrift “ungehärtetes Fett” lässt dagegen darauf schließen, dass der Gehalt an Trans-Fettsäuren unter 2% rangiert. Bei den Studien galt das jedenfalls für alle derartig ausgezeichneten Produkte.


WANC 31.10.2011
Quelle: aid 43/11

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