Herzschwäche: Frauen leiden psychisch mehr als Männer

Eine Herzschwäche scheint Frauen mental mehr zu schaffen zu machen als Männern. Sowohl Ängste als auch Depressionen treten bei ihnen nach der Diagnosestellung deutlich häufiger auf. Das hat eine Studie der Universitätsklinik in Bochum ergeben.

An der Bochumer Klinik wurden insgesamt 150 Patienten, die wegen einer Herzschwäche eingewiesen worden waren, während des Krankenhausaufenthaltes und in den Monaten danach regelmäßig untersucht und befragt. Ein Drittel der Betroffenen waren Frauen.

Denken Frauen mehr darüber nach?

28% der weiblichen Herzschwäche-Patientinnen litten nach der Krankenhausentlassung unter ausgeprägten Angststörungen. Bei den männlichen Patienten lag diese Rate bei 18%. Auch Depressionen traten bei den Frauen als Reaktion auf die Diagnose deutlich häufiger auf (nach drei Monaten 46%, bei den Männern nur 22%).

Damit scheinen Frauen psychisch insgesamt viel stärker unter der Diagnose Herzschwäche und den damit einhergehenden Einschränkungen zu leiden. Vielleicht beschäftigen sie sich auch intensiver mit den Auswirkungen der Erkrankung. Nach Ansicht der Studienleiter ist die Studie ein Hinweis darauf, dass nach einem Klinikaufenthalt wegen Herzschwäche standardisiert überprüft werden sollte, wie die Betroffenen psychisch damit zurechtkommen. Um dann ggf. schon frühzeitig therapeutisch gegensteuern zu können.

Autoren: WANC/, 23.04.10
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

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