„Cholesterinsenkende“ Lebensmittel: Zweifel am Gesundheitsnutzen

Margarine oder Milchprodukte mit cholesterinsenkenden Zusatzstoffen? Versetzt mit sogenannten Phytosterolen, die den Fettstoffwechsel in Ordnung bringen? Höchst fraglich, wie unlängst Experten der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar berichteten.

Demzufolge ist kein Nutzen für derartige Nahrungszusatzstoffe belegt. Zwar senken die der Margarine oder anderen Lebensmitteln zugesetzten Phytosterole tatsächlich das "schlechte" Cholesterin im Blut (LDL-Cholesterin). Aber das ist nur ein Laborwert. Ob diese Stoffe hingegen die Gefahr von Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall senken, ist völlig unklar. Zum Vergleich: Für gesunde Mittelmeer-Kost und auch für moderne cholesterinsenkende Medikamente (Statine) ist ein solcher Effekt belegt.

Im Übermaß sogar schädlich?

Es kommt aber noch etwas anderes hinzu: Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Übermaß solcher Phytosterole in der Nahrung sogar gefährlich ist. Wie Dr. Weingärtner von der Saarländer Arbeitsgruppe betont, könnte es sein, dass solche Übermengen das Risiko für Gefäßverkalkung und Schlaganfall statt zu senken erhöhen.

Es macht also doch am meisten Sinn, sich einfach nur gesund zu ernähren. Mit viel Obst, Gemüse, pflanzlichen Ölen und Fisch. Und wenig tierischem Fett und Fast Food.


Autoren: WANC/, 29.04.2011
Quelle: Weingärtner et al. Abstract V1268, Clin Res Cardiol 100, 201; Vanmierlo et al. Abstract P1305, Clin Res Cardiol 100, 201.

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