Vorhofflimmern: Neue Therapiechancen

In der Behandlung von Vorhofflimmern deuten sich Fortschritte an. Derzeit werden gleich mehrere neue medikamentöse Ansätze gegen die Herzrhythmusstörung erprobt.

Zum Hintergrund: Die Behandlung von Vorhofflimmern ist immer noch schwierig. Mit den gängigen Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen gelingt es längst nicht immer, das Herz wieder in Takt zu bringen. Außerdem haben diese oft schwerwiegende Nebenwirkungen.

Somit ist jede Weiterentwicklung auf diesem Gebiet eine gute Nachricht. Denn was viele gar nicht wissen: Vorhofflimmern ist erstens ausgesprochen häufig. Auf 1 Million wird die Zahl der Betroffenen allein in Deutschland geschätzt. Und zweitens ist Vorhofflimmern die häufigste Ursache des Schlaganfalls.

Moderne Blutdrucksenker gegen Vorhofflimmern?

Einer der neuen Ansätze besteht in der Behandlung mit einem der moderneren Mittel gegen Bluthochdruck. Die sogenannten Sartane hemmen das körpereigene Angiotensin (deswegen auch: Angiotensin-II-Rezeptorblocker). Und eine Senkung des Angiotensins soll neben einer Blutdrucksenkung auch zu einer geringeren Neigung zur Vernarbung im Vorhofgewebe führen. Das wiederum könnte die Flimmer-Entstehung verhindern. Eine jetzt angelaufene Studie soll das näher prüfen.

Ein zweiter Ansatz der Universität Aachen basiert auf sogenannten Kaliumkanalblockern. Diese Medikamente sollen in der Lage sein, die Schlagkraft des Herzens zu erhöhen. Und das ist wichtig bei Vorhofflimmern, denn durch die Rhythmusstörung und die entstehenden kreisenden Bewegungen lässt die Pumpkraft des Herzens kontinuierlich nach. Aber auch dieser Therapieansatz ist noch im "Laborstadium".

Auch der dritte neue Ansatz hat mit Kaliumkanälen zu tun. An der Universität Dresden hat eine Arbeitsgruppe entdeckt, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern ein spezieller Kaliumkanal überaktiv ist. Wenn sich das bestätigt, ergeben sich daraus möglicherweise neue medikamentöse Ansätze.

WANC 26.04.06

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