Herzschwäche: Viele Kranke verhalten sich falsch

Viele Menschen mit chronischer Herzschwäche machen genau das Gegenteil von dem, was sie zur Besserung ihres Zustandes tun sollten. Sie bewegen sich zu wenig und trinken zu viel. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

In der Untersuchung wurden Patienten, die wegen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in ein Krankenhaus eingewiesen worden waren, ein Jahr nach ihrer Entlassung strukturiert befragt. Vor allem danach, wie sie die üblichen ärztlichen Empfehlungen bei einer Herzschwäche umsetzten.

Ein Drittel bis die Hälfte hält sich nicht an die Empfehlungen

Das Ergebnis war ziemlich ernüchternd. Der bei einer Herzschwäche sehr wichtige Rat, nicht mehr als 1,5 Liter am Tag zu trinken, wurde von 30% der Betroffenen ignoriert. Möglicherweise dehalb, weil es sonst ja immer heißt, man solle möglichst viel trinken. Das stimmt auch, nur bei schwachem Herz stimmt es nicht. Denn hier muss das Herz entlastet und damit das Flüssigkeitsvolumen in Grenzen gehalten werden.

Aus diesem Grund sollten Patienten mit Herzinsuffizienz auch nicht zu viel Salz zu sich nehmen, denn Kochsalz "zieht Wasser zurück in die Blutbahn". In der Untersuchung hielt sich nur jeder Zweite daran.

Und auch bei den empfohlenen Vorsorgeimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken lag die Rate derjenigen, die sich daran gehalten hatten, nur bei 50% (Grippe) bzw. 20% (Pneumokokken). Diese Impfungen sind wichtig, weil bei Herzschwäche die Gefahr schwerer Lungenentzündungen deutlich erhöht ist.

Last but not least: Auch die Empfehlung, sich viel zu bewegen, um das Herz wieder zu stabilisieren, befolgten viele der Betroffenen nur ungenügend.

Zu schlecht informiert?

Fazit: Offenbar kommen die ärztlichen Ratschläge nicht bei den Betroffenen an. Hören wir den Ärzten zu wenig zu? Oder nehmen die sich einfach nicht genügend Zeit, die Sachlage und das, was man zu tun hat, ausführlich und verständlich zu erklären? Wer schon öfter in vollen Wartezimmern gesessen hat, um dann maximal fünf Minuten mit dem Arzt sprechen zu können, wird eher vermuten, dass die Ursache vor allem bei den Ärzten liegt. Erschwerend kommt ja hinzu, dass die für eine Röntgenaufnahme mehr Geld bekommen als für ein erklärendes Gespräch.

Autoren: WANC/, 14.04.06
Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift

Kommentare (1)
Herzkrankheiten und Herzschwäche
1 Samstag, den 28. März 2015 um 19:54 Uhr
Kirchner Waltraud
Die Patienten hören zu , nur die Ärzte sagen nichts - außer Tabletten verschreiben und Herzkatheder tun sie gar nichts mehr .
Vor 8 Jahren hatte ich meinen 1 . und 2. Herzinfarkt - NICHTS , weder Info noch Reha - jetzt hatte ich im Nov. den 3. Infarkt - Nichts - nur Tabletten und das wars (außer medizinisch ) im Dez. Wasser in der Lunge, danach Defi -Implantation - INFO - Pustekuchen, bis heute warte ich noch auf den Arzt, der mir erklärt, was mein Defi bei mir macht.
War zur Reha - erst nach dem ich mich mit dem Arzt dort angelegt habe, kamen mal 3 Erklärungen (auch darüber, wie teuer meine Behandlung ist ) –
Nur gut, dass ich mir inzwischen die Befunde geben lasse, da kann ich mir viele Fragen im Netz beantworten - aber jene, die das nicht können, wie die älteren Menschen sind wahrlich "beschissen" dann.
Selbst mein Hausarzt ist nie derjenige gewesen, der Info groß geschrieben hat - jetzt mein neuer Hausarzt hat mir erst mal erklärt, wozu die Medikamente sind. Die Ärzte haben entweder keine Zeit oder keine Lust mehr --- der Patient wird repariert und in den Tod entlassen, wenn er Glück hat - repariert man ihn noch mal rechtzeitig.
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