Schnarchen und Schlafapnoe: Herzinfarkt am Morgen

Schnarcher leben gefährlich. Zumindest dann, wenn das Scharchen mit periodischen Atemaussetzern einhergeht, dem sogenannten Schlafapnoe-Syndrom. Dann nämlich ist das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht, wie jetzt eine Studie aus München zeigt.

Herz unter nächtlichem Stress

Das Schlafapnoe-Syndrom ist mittlerweile fast so etwas wie eine Volkskrankheit geworden. Einer der Hauptrisikofaktoren ist Übergewicht. Bei den Betroffenen kommt es zu wiederholten längeren Atemstillständen während des Schlafes. Zwar setzt die Atmung immer wieder spontan ein, die ständigen Aussetzer sind aber eine enorme Belastung für den Kreislauf und für das Herz. Und offenbar erhöht das Schlafapnoe-Syndrom sogar die Gefahr für einen Herzinfarkt.

Die Gruppe um Prof. Thomas von Arnim hat am Rotkreuz-Krankenhaus in München 209 Herzinfarktpatienten auch in Bezug auf ihren Schlaf untersucht. Und stellte überraschend fest, dass bei fast der Hälfte der Patienten Atemaussetzer im Schlaf nachweisbar waren. In der Bervölkerung liegt die Häufigkeit des Schlafapnoe-Syndroms hingegen bei 2% (Frauen) bzw. 4% (Männer).

Scharchen mit Atemaussetzern unbedingt untersuchen lassen

Zwar ist das kein Beweis dafür, dass die Schlafapnoe direkt einen Herzinfarkt verursachen kann. Aber nach Ansicht der Autoren zumindest ein deutlicher Hinweis. Zumal bei denjenigen Patienten mit den Atemstillständen der Infarkt überzufällig häufig in den Morgen-. und Vormittagsstunden stattgefunden hatte.

Fazit: Wer stark schnarcht und möglicherweise von seinem Partner weiß, dass dabei auch die Atmung periodisch kurz aussetzt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen. Denn gegen die Schlafapnoe gibt es effektive Behandlungsmöglichkeiten, auch wenn diese teilweise etwas unbequem sind (nächtliches Tragen einer Atemmaske). Und tatsächlich haben jüngere Studien gezeigt, dass Menschen mit einem solchen Schlafapnoe-Syndrom deutlich seltener an einem Herzinfarkt sterben, wenn sie sich konsequent behandeln lassen.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 19.12.05
Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift