Venenthrombosen: Der unerkannte Killer

Jedes Jahr sterben in Europa etwa 500.000 Menschen an den Folgen einer Venenthrombose. Das hat ein internationales Expertengremium jetzt ermittelt. Das Problem: Die wenigsten wissen, dass sie ein Blutgerinnsel in den Venen haben. Und wenn sie es bemerken, ist es oft schon zu spät.

Denn das tückische an den Venenthrombosen – meist handelt es sich um tiefe Beinvenenthrombosen – ist, dass sich der Blutpropf erst lange Zeit stumm verhält, also keine Beschwerden verursacht. Und sich dann irgendwann löst, in die Blutbahn gespült wird und schlimmstenfalls in einem größeren Lungengefäß steckenbleibt. Dann kommt es zu einer sogenannten Lungenembolie (Blutzufuhr zur Lunge verstopft), einer lebensbedrohlichen Situation.

Routine-Diagnostik auf Thrombosen?

Die Experten setzen sich deshalb dafür ein, eine regelmäßige Kontrolle des Venenstatus in die Routineversorgung einzubauen. Also gezielt zu überprüfen, ob eine Thrombose vorliegt. Denn auch die Thrombose selbst ist gefährlich, auch ohne, dass es zu einer Lungenembolie kommt. Unter anderem kann es durch den gestörten Blutfluss zu einer schweren Infektion und zu "offenen Beinen" kommen.

Faktoren, die die Gefahr einer tiefen Beinvenenthrombose erhöhen, sind:

  • kurz nach einer Operation (deshalb werden hier meist Heparin-Spritzen gegeben)
  • nach einem Schlaganfall
  • nac heinem Herzversagen
  • eingeschränkte Mobilität/Bettlägerigkeit
  • höheres Alter
  • Übergewicht
  • Krampfadern
  • Krebserkrankung

Autoren: WANC/DR. med. Jörg Zorn, 19.09.05

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