Homocystein: macht Blutgefäße mürbe

Dass ein zu hoher Blutdruck, zu viel Cholesterin und ein zu hoher Blutzucker unserem Herzen und den Gefäßen schaden, weiß fast jeder. Nun haben Wissenschaftler einen neuen Unheilsbringer ausgemacht: Homocystein.

Homocystein ist ein natürliches Stoffwechselprodukt im Körper. Allerdings eines, das schnell weiterverarbeitet werden muss. Denn Homocystein greift die Wände der Blutgefäße an. Zirkuliert zu viel davon im Blut, kann das zu ernsten Schäden im Gefäßsystem führen, die eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) begünstigen. Zu hohe Homocystein-Spiegel erhöhen nach Expertenansicht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Zu wenig Vitamine?

Doch warum steigt Homocystein überhaupt an? Weil zu wenig Vitamine vorhanden sind. Nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes braucht der Körper Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure, um Homocystein abzubauen und in ungefährliche Stoffe umzuwandeln. Und gerade bei älteren Menschen kommt es häufiger zu einem Vitaminmangel. Das Deutsche Grüne Kreuz empfiehlt deshalb insbesondere älteren Menschen mit Herz- und Gefäßproblemen, kombinierte Vitamin-Präparate mit Folsäure, Vitamin B6 und B12 zu sich zu nehmen.

Spätestens hier bekommt diese Meldung einen unangenehmen Beigeschmack. Wird hier wirklich primär vor einer großen Gefahr gewarnt oder geht es eher darum, mit Vitaminpillen Geld zu verdienen? Tatsache ist, dass die genannten Vitamine auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Wer sich gesund ernährt und ausreichend Obst und Gemüse isst, kann einen Vitaminmangel praktisch nicht entwickeln.

Autoren: Christian Sachse & Dr. med. Jörg Zorn 29.08.05
Quelle: Deutsches Grünes Kreuz

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