HDL-Cholesterin: Warum es das gute Blutfett ist

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin. Während das LDL-Cholesterin Herz und Gefäßen schadet, gilt das HDL-Cholesterin sogar als Herzschutz. Ein internationales Wissenschaftler-Team hat jetzt herausgefunden, auf welche Weise das HDL-Cholesterin diese schützende Wirkung entfaltet.

Es liegt am Stickstoffmonoxid. Dieses flüchtige Gas hört sich eher giftig an, ist aber im Inneren der Blutgefäße durchaus normal und erwünscht. Stickstoffmonoxid (auch als NO bezeichnet, wobei N für Stickstoff und O für Sauerstoff steht) wird in den Zellen gebildet, die die Innenwand der Gefäße auskleiden - im sogenannten Endothel. Wird NO freigesetzt, führt dies zu einer Erschlaffung der Gefäßmuskulatur und die Adern weiten sich. Ist also zu wenig Stickstoffmonoxid vor Ort, neigen die Blutgefäße dazu, sich stärker zu verengen.

HDL-Cholesterin stimuliert Gas-Freisetzung im Gefäßinneren

Was jetzt die Forscher nachgewiesen haben: Das HDL-Cholesterin stimuliert maßgeblich sowohl die Bildung als auch die Freisetzung des Stickstoffmonoxids. Ist zu wenig HDL-Cholesterin vorhanden, bleibt diese NO-Freisetzung und damit die Gefäßerweiterung aus. Das widerum führt auf Dauer zu anhaltenden Veränderungen der Gefäßwände und zu Arteriosklerose.

Besonders interessant für künftige Behandlungsansätze: Die Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass nur bestimmte Bausteine des HDL-Cholesterins für diese Wirkung verantwortlich sind. Diese Moleküle müsste man jetzt "nur noch" nachbauen.

Autoren: WANC/, 24.03.04

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