Wie kann ich mich vor schwarzem Hautkrebs schützen?

Das Maligne Melanom ist eine tückische Krebsart, die aber bei sehr früher Entdeckung gut heilbar und durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen oft sogar vermeidbar ist. Im Zentrum steht dabei der umsichtige Umgang mit dem Sonnen- bzw. UV-Licht. Da eine regelmäßig intensive Bestrahlung zu kleinsten Schäden der Zell-Information (DNA) und schließlich zur Entartung in ein Karzinom führen kann, sollten insbesondere hellhäutige Menschen folgende Grundsätze beachten:

  • Je nach Alter und Hauttyp passende Sonnencreme verwenden (Erwachsene im Hochsommer wenigstens Lichtschutzfaktor 20. In südlichen Ländern, am Wasser, im Gebirge und bei sehr heller Haut lieber noch höheren Faktor wählen). Ausreichend dick und oft nachcremen!
  • Beim Baden wasserfeste Produkte verwenden oder nach dem Schwimmen erneut eincremen
  • Direkte Sonne in den sommerlichen Mittagsstunden zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Die Haut auch durch leichte Kleidung und Kopfbedeckung vor der Sonne schützen
  • Solarienbesuche meiden oder begrenzen. (Für Jugendliche unter 18 gilt zu ihrem eigenen Schutz mittlerweile ein Solarienverbot).
  • Insbesondere Kinder vor direkter Sonne und vor allem vor Sonnenbrand schützen. Neben den oben genannten Maßnahmen ist hier bei Sonnencremes ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ratsam, bei Kleinkindern sogar LSF 50.
  • Babys gehören überhaupt nicht in die Sonne. Beachten Sie: Jeder Sonnenbrand in der Kindheit kann das spätere Melanomrisiko deutlich erhöhen!

Krebsvorsorge beim Hautarzt bleibt wichtig

Da all diese Maßnahmen das Risiko stark senken, keinesfalls aber völlig ausschalten können, ist es wichtig, seine Haut im Blick zu behalten und jegliche Veränderungen ärztlich abklären zu lassen. Empfehlenswert sind regelmäßige Checks beim Hautarzt, die ab dem 35. Lebensjahr im Zweijahrestakt von den gesetzlichen Krankenkassen im Zuge der Krebsvorsorge auch bezahlt werden. Hierbei wird die gesamte Haut vom Facharzt/ Fachärztin genau inspiziert. Manche Ärzte verwenden für die Untersuchung auch eine Art Lupe – auch Dermatoskop oder Auflichtmikroskop genannt – mit welcher auch tiefere Hautschichten kontrolliert werden können.

In einigen Praxen wird heute auch eine computergestützte, zertifizierte Bild-Dokumentation der einzelnen Pigmentflecken angeboten. So wird ein sehr genauer Verlauf über die Zeit möglich und eventuelle kleinste Veränderungen sofort sichtbar. Dieses „Extra“ wird allerdings meist nicht von der Kasse erstattet und man muss individuell entscheiden, ob man diese Art Vorsorge für sich nutzen will.

Entfernung von Muttermalen manchmal besonders ratsam

Da Muttermale in seltenen Fällen zu einem Malignen Melanom entarten können, empfehlen manche Hautärzte im Rahmen der Krebsvorsorge die Entfernung der harmlosen Pigmentflecken. Bei einigen Malen ist dieses besonders überlegenswert, so z.B. bei solchen, die an sehr sonnenexponierten Stellen liegen die durch Gürtel, Säume, BH-Träger etc. häufiger Reibung ausgesetzt sind die durchs Rasieren oder Kämmen öfter mal verletzt werden die durch ihre Lage (z.B. gelenknah oder an Hand- oder Fußflächen) ständig gereizt werden

Die Entfernung wird meist direkt in der Praxis mit einer kleinen örtlichen Betäubung vorgenommen und von den meisten Kassen auch problemlos bezahlt.

Wer familiär vorbelastet ist, also einen nahen Verwandten hat, der vom „schwarzen Hautkrebs“ betroffen ist, wird möglicherweise ein größeres Sicherheitsbedürfnis in puncto Prophylaxe haben. Auch bei anderen Melanom-Risikofaktoren – z.B. bei sehr hellem Hauttyp, einer Vielzahl von Muttermalen und/ oder starker Sonnenbestrahlung in der Vergangenheit – ist ein besonders sorgfältiges und regelmäßiges Screening sehr zu empfehlen. Eine gesunde Mischung aus Vorsicht und Vorsorge gilt in jedem Fall als der bestmögliche Schutz vor Hautkrebs.

Dr. med. Monika Steiner

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