Wovon hängt die Prognose beim Malignen Melanom ab?

Die Prognose des Malignen Melanoms hängt von vielen Kriterien ab. Neben der Art des Tumors spielen u. a. die Lokalisation und vor allem der Ausbreitungsgrad eine Rolle. In den Anfangsstadien des Melanoms ist die Tumordicke nach Breslow der wichtigste prognostische Faktor.

Wozu das alles gut ist…

Doch warum ist das ganze Gerede um die Prognose eigentlich so wichtig? Nun, je nachdem, wie weit ein Melanom zum Zeitpunkt der Diagnose entwickelt ist, kann auch besser eingeschätzt werden, wie es sich zukünftig verhalten wird. Diese Vorhersage wiederum ist ausschlaggebend für alle weiterführenden Untersuchungen bzw. für die Art und Intensität der nachfolgenden Behandlungen.

Für die richtige Einordnung von Tumoren, in diesem Fall des Malignen Melanoms, bildet u. a. die internationale TNM-Klassifikation die entscheidende Grundlage. Dieses System berücksichtigt nicht nur die Ausdehnung (Größe/Eindringtiefe) des Primärtumors (T), sondern auch den Befall benachbarter Lymphknoten (N) sowie die Streuung von Tochtergeschwülsten auf andere Körperregionen, sogenannte (Fern-)Metastasen (M).

Mit Hilfe der TNM-Klassifikation erfolgt dann das eigentliche "Staging" – eine Stadieneinteilung (von 0 bis IV), die dazu dient, den genauen Ausbreitungsgrad des Malignen Melanoms festzustellen. Als Faustregel gilt: Je niedriger das Stadium, desto besser die Prognose.

Breslow und die Krebsprognose

Da die Tumordicke nach Breslow (Breslow-Level) den wichtigsten prognostischen Faktor des primären Malignen Melanoms darstellt, möchten wir diese histologische Messgröße nochmal besonders hervorheben.

Der Breslow-Level gibt die mikroskopisch-feingeweblich ermittelte Eindringtiefe des Tumors wieder – ein Kriterium, das besonders gut geeignet ist, um das Stadium des schwarzen Hautkrebses zu beurteilen und den weiteren Krankheitsverlauf einzuschätzen.

Je größer die Eindringtiefe des Tumors ist, desto schlechter ist die voraussichtliche 10-Jahres-Überlebensrate. Zum Vergleich: Bei einer Tumor-Eindringtiefe von unter einem Millimeter (T1) wird diese Rate mit 88-97% angegeben, während sie bei einer Tumordicke von über vier Millimetern (T4) nur noch bei knapp über 50% liegt.

Wenn allerdings bereits benachbarte Lymphknoten befallen sind, sind die Prognoseraten deutlich schlechter. Das Vorliegen von Fernmetastasen ist prognostisch am ungünstigsten.

Weitere Einflussfaktoren

Neben der Tumordicke spielt übrigens auch das Geschlecht eine entscheidende Rolle bei der Prognose. Das männliche Geschlecht hat in diesem Zusammenhang leider definitiv das schlechtere Los gezogen.

Laut Statistik sollen Tumorlokalisationen am Oberkörper, den Oberarmen, am Hals und am behaarten Kopf ebenfalls eine ungünstigere Prognose haben. Allerdings darf man hierbei auch nicht die verschiedenen Melanom-Varianten außer Acht lassen. So hat z. B. das meist an den soeben genannten Stellen lokalisierte Lentigo-Maligna-Melanom aufgrund seines langsamen Wachstums die besten Prognoseraten, während das Noduläre Maligne Melanom die aggressivste Variante mit der ungünstigsten Prognose darstellt.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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