Malignes Melanom: Kann ich von einer Studienteilnahme profitieren?

Sollten Sie unter einem Hochrisiko-Melanom leiden, kann die Teilnahme an einer Studie mit der Möglichkeit verbunden sein, Ihnen frühzeitig Zugang zu neuen, bislang noch nicht erhältlichen Behandlungsmethoden zu verschaffen. Allerdings können damit auch Risiken verbunden sein.

Studienteilnahme als Chance

Die Entwicklung in der Krebstherapie geht so schnell voran, dass ständig neue Medikamente entwickelt und erprobt werden. Allerdings kann es Jahre dauern, bis diese Arzneistoffe eine Zulassung erhalten. Die Teilnahme an einer klinischen Studie gibt Ihnen persönlich vielleicht die Chance, schon vorher mit innovativen Substanzen oder Verfahren behandelt und dabei gleichzeitig besonders engmaschig und gründlich überwacht zu werden.

Klar ist aber auch: Egal ob in der Krebstherapie oder bei anderen schwerwiegenden Erkrankungen, ohne klinische Studien könnte keine Verbesserung der medizinischen Versorgung erreicht werden. Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich im Interesse aller für die Forschung zur Verfügung stellen.

Tipps zur Vorgehensweise

Falls Sie über eine Studienteilnahme nachdenken oder vielleicht sogar Ihr behandelnder Arzt Sie darauf angesprochen hat, dann sollten Sie sich vorher gut über dieses Thema informieren. Studie ist nämlich nicht gleich Studie.

Neben verschiedenen Studienarten gibt es ferner vier Phasen der Arzneimittelentwicklung, in denen klinische Studien am Menschen eine Rolle spielen. Dementsprechend gibt es sehr große Unterschiede sowohl hinsichtlich des persönlichen Aufwands als auch in Bezug auf die Arzneimittelsicherheit. Wenn eine Studie sich beispielsweise erst in Phase eins befindet, liegen zu diesem Zeitpunkt noch keine Erfahrungen mit der neuen Therapie am Menschen vor. Das bedeutet zwangsläufig auch ein erhöhtes, nicht kalkulierbares Risiko für Nebenwirkungen.

Überstürzen Sie deshalb nichts, sondern verschaffen Sie sich zunächst ein solides Basiswissen rund um die Thematik und entscheiden Sie dann (ggf. zusammen mit Ihrem Arzt), ob dieser Weg eine Option für Sie sein könnte. Beim Krebsinformationsdienst oder auf der Homepage der Deutschen Krebsgesellschaft im Onko-Internetportal finden Sie nützliche Hinweise und hilfreiche Erläuterungen zur Teilnahme an Studien.

Nicht jeder ist geeignet

Viele Betroffene erhoffen sich durch eine Studienteilnahme u. a. mehr Lebensqualität, eine höhere Lebenserwartung oder sogar die Chance auf Heilung. Für manch einen ist allein schon der Gedanke an eine mögliche Teilnahme eine vielversprechende Perspektive.

Bitte bedenken Sie jedoch, dass nicht jede Person für eine Teilnahme an einer bestimmten Studie geeignet ist. Es kann also durchaus passieren, dass Sie trotz Ihrer enormen Bereitschaft immer wieder abgewiesen werden. Leider ist es nun mal so, dass jede Studie ganz bestimmte Ein- und Ausschlusskriterien hat, die oft sehr eng definiert sind.

Weitere Punkte, die Sie bei einer möglichen Teilnahme ebenfalls bedenken sollten, sind u. a. der zu berücksichtigende Zeitaufwand, die korrekte Einhaltung der Studienbedingungen und Ihre Zuverlässigkeit. Dies alles sind letztendlich Grundvoraussetzungen für aussagekräftige, ehrliche Forschungsergebnisse.

Sie können jederzeit aufhören

Sollten Sie im Laufe der Studie dennoch den Entschluss treffen, nicht mehr weiter teilnehmen zu wollen, so dürfen Sie sie abbrechen, ohne dabei irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Jeder Studienteilnehmer unterschreibt zwar vorher einen Vertrag, in dem er über alle Rechte, Pflichten und Risiken aufgeklärt wurde; dennoch steht es Ihnen jederzeit zu, Ihre Entscheidung ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.

Umso wichtiger ist es also, dass Sie sich im Vorfeld genauestens über die Studienbedingungen und den damit verbundenen Aufwand informieren, damit solche Situationen (im Interesse aller) möglichst vermieden werden.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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