Wann kommt beim Malignen Melanom eine Radiotherapie in Frage?

Die Radiotherapie wird beim schwarzen Hautkrebs vor allem als unterstützende Behandlungsmaßnahme eingesetzt. Die alleinige Strahlen- bzw. Radiotherapie ist als Erstbehandlung des Malignen Melanoms nur in solchen Fällen angezeigt, bei denen ein operativer Eingriff unmöglich oder nicht sinnvoll erscheint.

Nur im Einzelfall 1. Wahl

Eines der wenigen Beispiele für den Einsatz der Radiotherapie als Mittel der ersten Wahl ist das Lentigo-Maligna-Melanom (LMM). Diese Melanomvariante entwickelt sich in der Regel sehr langsam über Jahre bis Jahrzehnte und tritt deshalb vorwiegend erst im hohen Lebensalter auf.

Die typische Konstellation aus Lage und Ausbreitung dieses Melanoms (häufig größere Areale im Gesicht) in Kombination mit dem meist fortgeschrittenen Alter der Betroffenen gibt der Strahlenbehandlung oft den Vorzug gegenüber der operativen Therapie. Eine Option, mit der sich bei manchen LMM durchaus eine gute Tumorkontrolle erzielen lässt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Schon seit Jahren werden zahlreiche Tumorerkrankungen multimodal, das heißt durch eine gezielte Zusammenstellung verschiedener Therapieverfahren behandelt. So gehören auch beim Malignen Melanom (je nach Art, Lokalisation und Stadium) die Chirurgie, die Strahlen- und Immuntherapie sowie die chemotherapeutische Medikation mit zu den tragenden Säulen der Krebsbehandlung.

Die sogenannte adjuvante (unterstützende) Radiotherapie findet beim Malignen Melanom verschiedene Einsatzmöglichkeiten, zu denen u. a. folgende Anwendungsgebiete gehören:

  • nicht vollständig operierbare Melanome, die durch die ergänzende Radiotherapie im lokalen Wachstum gebremst werden sollen
  • spezieller Einsatz der Radiotherapie nach operativer Entfernung der seltenen Variante "desmoplastisches Melanom", das dazu neigt, an Ort und Stelle erneut aufzutreten
  • bei Befall mehrerer lokaler Lymphknoten oder bei größeren Lymphknoten-Metastasen (Tochtergeschwülste in den angrenzenden Lymphknoten)
  • zur lokalen Tumorkontrolle bei bestehenden Tochtergeschwülsten in unmittelbarer Umgebung zum entfernten Melanom (Satelliten- und In-transit-Metastasen)

Verbesserung der Lebensqualität

Die Radiotherapie kommt aber auch häufig zum Einsatz, wenn Betroffene inoperable Fernmetastasen haben, die ggf. bereits zu schmerzhaften körperlichen Einschränkungen führen. Die Bestrahlung kann die Lebensqualität dieser Menschen in einem solchen Krankheitsstadium entscheidend verbessern und sollte deshalb frühzeitig in Erwägung gezogen werden.

Die adjuvante Radiotherapie kann hierbei sehr individuell und vielseitig angewendet werden – unabhängig davon, ob sich die Metastasen auf die Haut, Unterhaut, Lymphknoten oder auch auf die Knochen bzw. andere Organsysteme ausgebreitet haben.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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