Was bedeutet Malignes Melanom im Stadium II für mich?

Melanome im Stadium II haben eine Tumordicke von über 1 mm. Sie weisen weder Metastasen in den Lymphknoten noch in anderen Körperregionen auf.

Die Prognose dieses Tumorstadiums ist abhängig von der Untergruppierung (A bis C) und kann somit individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Subklasse ist entscheidend

In Abhängigkeit von der Eindringtiefe in die Haut und der feingeweblichen (histologischen) Struktur wird das Maligne Melanom im Stadium II wie folgt untergliedert:

  • Stadium IIA: Tumordicke von 1,01 bis 2 mm mit Ulzeration (Geschwürbildung) oder Tumor von 2,01 bis 4 mm ohne Ulzeration
  • Stadium IIB: Tumordicke von 2,01 bis 4 mm mit Ulzeration oder Tumordicke größer als 4 mm ohne Ulzeration
  • Stadium IIC: Tumordicke über 4 mm mit Ulzeration

Weist das Tumorgewebe also eine Geschwürbildung auf und ist es außerdem über 4 mm dick, dann entspricht diese Konstellation dem Stadium IIC mit der schlechtesten Prognose innerhalb der Gruppe.

Sonderfall Stadium IIC

Ein Malignes Melanom mit dem Tumorstadium IIC muss gesondert von den Stadien IIA und IIB betrachtet werden. Grund ist, dass Betroffene im Stadium IIC ein hohes Risiko für ein Wiederauftreten des Melanoms haben.

Dieses sogenannte "Rezidivrisiko" ist vergleichbar mit einer mikroskopisch sichtbaren Lymphknoten-Metastasierung im Stadium III. Deshalb ist sowohl die Ausbreitungsdiagnostik als auch das Nachsorgeschema beim Stadium IIC an das von Stadium III angelehnt.

OP und Diagnostik

Nach der chirurgischen Entfernung und der feingeweblichen Untersuchung des Melanoms schließt sich sogleich die weitere Diagnostik an, um eine mögliche Ausbreitung der Krebszellen im restlichen Körper festzustellen bzw. auszuschließen.

Routinemäßig werden bis einschließlich Stadium IIB folgende diagnostische Untersuchungen empfohlen:

  • Bestimmung des Tumormarkers S100B im Blut
  • Sonographie (Ultraschall) der benachbarten Lymphknotenregion
  • Wächterlymphknoten-Biopsie

Das Stadium IIC erfordert zudem noch folgende ergänzende Ausbreitungsdiagnostik:

  • bildgebende (tomographische) Verfahren wie MRT, CT und/oder PET zur Ganzkörper-Untersuchung
  • MRT des Kopfes
  • Bestimmung des Tumormarkers LDH im Blut

Auch die Nachsorge unterscheidet sich

Das bei einem Stadium IIC empfohlene Nachsorgeschema orientiert sich, wie bereits erwähnt, an den Empfehlungen zum Malignen Melanom ab Stadium III. Neben engmaschigen körperlichen Untersuchungen (1. bis 5. Jahr alle drei Monate), Lymphknoten-Sonographien und Bestimmung der Tumormarker beinhaltet die Nachsorge auch regelmäßige bildgebende Verfahren.

Ab Stadium IIC wird in den ersten drei Jahren konsequent alle sechs Monate ein MRT, CT oder PET im Rahmen der Nachsorge empfohlen. Sollten in den ersten drei Jahren die Befunde allerdings unauffällig sein, sind diese aufwendigen Tomographien im Verlauf nicht mehr erforderlich.

Bei einem Melanom im Stadium IIA oder IIB gilt folgendes Nachsorgeschema:

  • 1. bis 3. Jahr alle drei Monate zur körperlichen Untersuchung inkl. Bestimmung des Tumormarkers S100B im Blut
  • 1. bis 3. Jahr alle sechs Monate zum Lymphknoten-Ultraschall
  • Bei unauffälligen Befunden werden im Verlauf größere Untersuchungsabstände gewählt.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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