Malignes Melanom: Was sind Satelliten- und In-transit-Metastasen?

Metastasen sind Absiedelungen eines bösartigen Ursprungstumors (z. B. Melanom) in entferntes Gewebe. Je nach Lokalisation bzw. Entfernung vom Primärtumor werden hierbei verschiedene Formen differenziert – Satelliten- und In-transit-Metastasen sind der lokoregionären Metastasierung zuzuordnen.

Neben dem Abstand zum Ursprungstumor unterscheidet man bei der Verschleppung der Krebszellen übrigens auch noch den Ausbreitungsweg. Meist erfolgt die Absiedelung von Krebszellen über das Blut (hämatogen) und/oder über die Lymphe (lymphogen). Das Maligne Melanom neigt leider dazu, sich sehr schnell sowohl über die Blut- als auch über die Lymphbahnen im Körper auszubreiten.

Aufteilung je nach Lokalisation

Entsprechend der sogenannten TNM-Klassifikation (System zur Einteilung bösartiger Tumoren in verschiedene Stadien) unterscheidet man bei Krebserkrankungen lokale, regionäre und Fernmetastasen.

Lokale Metastasen bilden sich direkt in der Umgebung des Tumors. Die regionären Metastasen entstehen dagegen hauptsächlich durch eine Abwanderung der Krebszellen über die Lymphbahnen und einem Festsetzen im nächsten "regionären" Lymphknoten. Zur Bildung von Fernmetastasen kommt es in der Regel durch die hämatogene Verschleppung von Tumorzellen in weiter entfernte Organe.

Unter den primär metastasierten Melanomen finden sich bei etwa zwei Dritteln dieser Tumoren ausschließlich Metastasen innerhalb des lokoregionären Lymphabflussgebietes. Dazu gehören Satelliten-Metastasen, In-transit-Metastasen und lokoregionäre Lymphknotenmetastasen.

Unterscheidung wichtig für die Therapie

Die Hautmetastasierung erfolgt vom primären Melanom aus normalerweise zunächst über die Lymphe in die umgebende Haut oder in den Hautbereich zwischen Tumor und regionale Lymphknoten. Liegt eine Metastase näher als zwei Zentimeter am Melanom, spricht man von einer Satelliten-Metastase. Liegen die Tochtergeschwülste dagegen weiter als zwei Zentimeter weg, aber noch vor dem nächsten Lymphknoten, spricht man von In-transit-Metastasen.

Diese genauen Unterscheidungen sind wichtig, da die Therapieempfehlungen bei einem regionären Lymphknotenbefall u. a. ganz anders definiert sind als beim Vorliegen von Satelliten- oder In-transit-Metastasen. So kommen spezielle Behandlungsverfahren wie z. B. die isolierte Extremitätenperfusion auch nur für wenige Betroffene mit lokoregionären Hautmetastasen in Frage.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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