Welche Untersuchungen erwarten mich bei der Melanom-Nachsorge?

Das Nachsorgeschema beim Malignen Melanom hängt vom Tumorstadium ab und hat die Früherkennung von Rezidiven (Wiederauftreten des Krebses), Metastasen und Zweitmelanomen zum vorrangigen Ziel.

Entsprechend dem vorliegenden Krebsstadium kann die Melanom-Nachsorge ggf. folgende Untersuchungen beinhalten:

  • Ganzkörper-Untersuchung
  • Ultraschall der Lymphknoten
  • Blutuntersuchung (Bestimmung des Tumormarkers S100B)
  • Tomographien (bildgebende Untersuchungen wie CT, MRT, PET)

Wie oft die jeweils empfohlene Untersuchungsmethode dann eingesetzt werden sollte, hängt wiederum davon ab, um welches Nachsorgejahr es sich handelt. Da die Gefahr eines Melanomrezidivs in den ersten drei Jahren am höchsten ist, ist auch die Frequenz der ärztlichen Vorstellungstermine in diesem Zeitraum entsprechend hoch (alle drei bis sechs Monate).

Körperliche Untersuchung ist das A und O

Völlig unabhängig vom Tumorstadium ist übrigens die körperliche Untersuchung. Sie ist bei jedem Nachsorgetermin verpflichtend und umfasst neben der gezielten Anamnese (systematische Befragung zum aktuellen Gesundheitszustand) sowohl die Inspektion der gesamten Haut als auch das Abtasten der Operationsnarbe mit den dazu gehörenden Lymphknotenstationen und Lymphabstromgebieten.

Nebenbei bemerkt: Die körperliche Untersuchung ist im Tumorstadium I bis III das effektivste Verfahren zur Früherkennung von Rezidiven.

Ultraschall der Lymphknoten

Die Experten empfehlen bereits ab dem Tumorstadium IB eine regelmäßige Sonographie der lokalen Lymphknotenregion. Die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Melanom-Nachsorge beinhaltet dementsprechend:

  • die Sonographie der Operationsnarbe des Ersttumors
  • die Sonographie des Lymphabflussgebietes des entfernten Melanoms
  • die Sonographie der zugehörigen regionären Lymphknotenstationen

Auch hierbei gilt: Je fortgeschrittener das Tumorstadium, desto häufiger sollten die Ultraschalluntersuchungen erfolgen.

Mit dem Tumormarker auf Spurensuche

Der Tumormarker S100B ist ein Eiweiß, das beim Melanom in erhöhter Menge auftreten kann und meist bereits im Rahmen der Erstdiagnose als Ausgangswert mitbestimmt wird. Die regelmäßige Untersuchung dieses Tumormarkers im Blut dient der Kontrolle der bekannten Krebserkrankung.

Steigende Werte im Verlauf der Nachsorge können ein Hinweis darauf sein, dass das Melanom zurückgekehrt ist und evtl. ergänzende Verfahren zur weiteren diagnostischen Abklärung erforderlich sind. Der Tumormarker S100B sollte deshalb bereits ab dem Stadium IB regelmäßig entsprechend den Leitlinien mitbestimmt werden.

Die Notwendigkeit bildgebender Verfahren

Nicht alle bildgebenden Verfahren sind im Rahmen der Nachsorge des schwarzen Hautkrebses erforderlich bzw. sinnvoll. Laut Experten sollten nur folgende Schnittbildgebungen routinemäßig in der Nachsorge des Melanoms (ab Stadium IIC) eingesetzt werden:

  • CT (Computertomographie)
  • MRT (Magnetresonanz- bzw. Kernspintomographie)
  • PET (Positronenemissionstomographie)

Insgesamt gibt es derzeitig keine generelle Empfehlung für die eine oder andere der aufgeführten Untersuchungsmethoden. Es muss im Einzelfall immer überprüft werden, welches Verfahren für welche Person und/oder Metastasenart am geeignetsten erscheint.

Aufgrund der heutigen modernen tomographischen Untersuchungsverfahren sollten allerdings herkömmliche bildgebende Verfahren wie das Röntgen des Brustraums (Röntgen-Thorax), der Bauchultraschall (Abdomen-Sonographie) oder die Skelettszintigraphie (nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung des Knochenstoffwechsels) in der Melanom-Nachsorge nicht mehr routinemäßig durchgeführt werden.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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