Malignes Melanom: Welche Nebenwirkungen hat Mekinist (Trametinib)?

Unter der Behandlung mit Trametinib (Mekinist®) treten folgende Symptome am häufigsten (bei mindestens 20 % der Betroffenen) auf:

  • Hautausschlag und akneähnliche Hautentzündungen
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • "Fatigue" mit Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit
  • periphere Ödeme (Ansammlung von Flüssigkeit an Armen und Beinen)

Eine schier endlose Liste…

Häufig bis sehr häufig (d. h. statistisch gesehen bei mindestens 1 bis 10 %) berichten Betroffene unter der alleinigen Therapie mit Trametinib auch von diesen Begleiterscheinungen:

  • verstärkte Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber, Husten, Atemnot
  • trockene bis rissige Haut, Haarausfall
  • Schleimhautentzündungen
  • Bluthochdruck mit Herzbeteiligung
  • Sehstörungen
  • erhöhte Leberwerte, Blutbildveränderungen

Im Großen und Ganzen wird Mekinist® allerdings recht gut toleriert, nur gelegentlich treten schwerwiegendere Nebenwirkungen auf, die dann auch zum Therapieabbruch führen können. Darunter fallen Herzschwäche, Komplikationen im Bereich der Augen, des Verdauungstraktes sowie der Lunge.

Kombinationstherapie – nicht zu unterschätzen

Nun ist es aber so, dass der MEK-Inhibitor Trametinib bei Melanomen mit BRAF-V600-Mutation eingesetzt wird. Aufgrund der u. a. besseren Überlebensprognose hat es sich bewährt, das Medikament Mekinist® deshalb mit dem BRAF-Inhibitor Tafinlar® (Dabrafenib) zu kombinieren.

Leider ist der Nachteil dieser sehr effektiven Kombinationstherapie, dass dadurch auch das Nebenwirkungsprofil von Dabrafenib stärker zur Geltung kommt. Betroffene entwickeln unter der Doppelbehandlung beispielsweise verstärkt gut- bis bösartige Neubildungen der Haut, haben häufiger Probleme mit dem Stoffwechsel, weisen grippeähnliche Symptome (Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen) und ausgeprägtere Blutbildveränderungen auf.

Unverträglichkeiten abhängig vom Wirkstoff betrachten

Wenn unter der Kombinationsbehandlung von Trametinib mit Dabrafenib unerwünschte Arzneimittelwirkungen auftreten, muss immer ganz genau geschaut werden, um welche Nebenwirkungen es sich handelt. Abhängig von der Art der unerwünschten Begleiterscheinungen kann es nämlich sein, dass ggf. nur für ein Medikament eine Dosisanpassung erforderlich ist und nicht gleich die ganze Therapie abgebrochen werden muss.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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