Wie wird Yervoy (Ipilimumab) beim Malignen Melanom angewendet?

Der in der Immunbehandlung des fortgeschrittenen Malignen Melanoms eingesetzte Antikörper Ipilimumab (Yervoy®) wird als Infusion in die Vene verabreicht. Je nachdem, ob er einzeln oder zusammen mit einem anderen Immuntherapeutikum gegeben wird, gibt es unterschiedliche Behandlungsschemata.

Mono- oder Kombitherapie

Der Wirkstoff Ipilimumab (Yervoy®) ist als alleiniges Medikament (Monotherapie) oder in Kombination mit dem Antikörper Nivolumab (Opdivo®) zur Behandlung des fortgeschrittenen (chirurgisch nicht entfernbaren oder metastasierten) Melanoms zugelassen. Bei einer Kombination mit Nivolumab ist das Behandlungsschema etwas komplizierter und eine detaillierte Beschreibung an dieser Stelle wenig sinnvoll. Beachten sollte man allerdings, dass bei der Kombination beider Wirkstoffe immer zuerst Nivolumab und im Anschluss Ipilimumab verabreicht werden sollte.

Und so läuft's praktisch

Wenn Ipilimumab alleine gegeben wird, so liegt die empfohlene Dosierung bei 3 mg pro kg Körpergewicht. Das Medikament wird langsam über einen Tropf in die Vene geleitet, wobei die Infusionsdauer etwa 90 Minuten betragen sollte. Die Einleitungsbehandlung mit Yervoy® erstreckt sich insgesamt über vier Anwendungen alle drei Wochen. Danach wird das weitere Vorgehen abhängig vom Erkrankungsverlauf neu besprochen.

Die Immuntherapie muss von einem auf dem Gebiet der Krebsbehandlung erfahrenen Facharzt initiiert und überwacht werden. Meist geschieht das in einem Haut-Tumor-Zentrum über eine praxisklinische Betreuung. Das Ganze müssen Sie sich letztendlich wie eine spezialisierte Hautarztpraxis eingebunden in einem Krankenhaus vorstellen. Sie gehen morgens zur Behandlung hin, werden vorher vom Facharzt untersucht, befragt und ggf. auch einer regelmäßigen Blutuntersuchung unterzogen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Sie das Medikament gut vertragen, bzw. entschieden, ob vielleicht noch ergänzende (therapeutische) Maßnahmen erforderlich sind.

Ein paar Stunden kann es dauern

Obwohl die reine Tropfbehandlung mit Ipilimumab nur 90 Minuten beträgt, sollten Sie dennoch jedes Mal einen halben Tag für die Therapie einplanen. In der Regel können Sie davon ausgehen, dass sich die ganze Prozedur – von der Untersuchung über die Infusionsdauer bis hin zur Nachbeobachtungszeit – gut und gerne bis zum frühen Nachmittag erstreckt.

Planen Sie an solchen Tagen also besser nichts weiter ein, sondern gönnen Sie sich und Ihrem Körper ausreichend Erholung.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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