Wie wirkt Roferon-A (Interferon alpha-2a) beim Malignen Melanom?

Interferon alpha-2a (Roferon-A®) ist ein gentechnisch hergestelltes Eiweiß, das in der adjuvanten bzw. unterstützenden Therapie des Malignen Melanoms folgende Wirkungen hat:

  • Es hemmt die gesteigerte Teilungsaktivität der Tumorzellen.
  • Gleichzeitig stimuliert es die natürlichen Killerzellen in unserem Körper.
  • Durch die aktivierten Killerzellen kommt es zum Angriff und zur Vernichtung des Melanoms.

Die Natur als Vorbild

Die im Labor entstandenen alpha-Interferone sind unseren körpereigenen Eiweißstrukturen nachempfunden. Diese werden vorwiegend von unseren weißen Blutkörperchen (Leukozyten) produziert und haben u. a. eine schützende, immunstimulierende Wirkung. Ihre natürliche Funktion besteht nicht nur darin, Krebszellen, sondern auch Virusinfektionen zu bekämpfen.

Roferon-A® ist als INF-α2a (Interferon alpha-2a) übrigens ein Medikament, das im Rahmen der sogenannten "niedrigdosierten Interferon-Behandlung" eingesetzt wird. In der "hochdosierten Interferon-Behandlung" verwendet man stattdessen das Präparat IntronA® (INF-α2b).

Moderne Präparate als Alternative

Die Arzneimittelgruppen der Interferone (INF-α2a und -α2b) waren über viele Jahre die einzigen zugelassenen Medikamente in der adjuvanten Behandlung des Malignen Melanoms. Seit 2018 hat nun auch der PD-1-Antikörper Opdivo® (Nivolumab) eine Erweiterung seiner Zulassung erhalten. Das moderne Immuntherapeutikum Nivolumab kann jetzt ebenfalls in der unterstützenden Therapie des schwarzen Hautkrebses mit Lymphknotenbeteiligung oder Metastasierung nach vollständiger chirurgischer Entfernung verordnet werden.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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