Malignes Melanom: Was bedeutet die Tumordicke nach Breslow?

Die Tumordicke nach Breslow, auch Breslow-Level genannt, ist eine Messgröße beim Malignen Melanom. Die mikroskopisch-feingeweblich gemessene Tumordicke ist geeignet, um die Stadien des schwarzen Hautkrebses zu beurteilen und den sich daraus ergebenden Krankheitsverlauf einzuschätzen.

Und so läuft's praktisch

Beim dringenden Verdacht eines Malignen Melanoms ist das vorrangige Ziel, die suspekte Hautveränderung baldmöglichst vollständig zu entfernen und feingeweblich untersuchen zu lassen. Im Labor wird das eingeschickte Gewebepräparat entsprechend der Fragestellung von einem spezialisierten Histologen (Experte für die Beurteilung von Geweben) aufbereitet und beurteilt.

Der Histologe misst hierfür zunächst die absolute Dicke des eingedrungenen Tumorgewebes, und zwar angefangen von der obersten Zellschicht unserer Oberhaut (Epidermis) bis hin zum tiefsten noch nachweisbaren Tumorgewebe. Die ermittelte Tumordicke wird in Millimetern angegeben und ist benannt nach Alexander Breslow, einem US-amerikanischen Pathologen.

Je oberflächlicher, desto besser

Der Pathologe Breslow entwickelte und veröffentlichte sein Einteilungssystem bereits 1970. Obwohl inzwischen fast 50 Jahre vergangen sind, stellt die Tumordicke nach Breslow nach wie vor den wichtigsten Faktor in der Einordnung und Prognose des Malignen Melanoms dar.

Je nachdem, wie weit der vorliegende Hautkrebs bereits in tiefere Hautschichten vorgedrungen bzw. wie groß die gemessene Tumordicke ist, erfolgt die entsprechende Tumoreinteilung in folgende fünf Bereiche:

  • Tis: Krebsvorstufe
  • T1: ≤ 1 mm
  • T2: 1,01 - 2,0 mm
  • T3: 2,02 - 4,0 mm
  • T4: ≥ 4,01 mm

Hierbei gilt: Je geringer die Eindringtiefe, desto höher ist die 10-Jahres-Überlebensrate. Sie fragen sich, was das nun konkret bedeutet? Ein Beispiel:

Während diese Rate bei einer Tumor-Eindringtiefe von unter einem Millimeter mit 88-97% angegeben wird, liegt sie bei einer Tumordicke von über vier Millimetern nur noch bei knapp über 50%. Diese Zahlen beziehen sich allerdings nur auf das Maligne Melanom ohne vorliegende Metastasen.

Inzwischen wird noch mehr berücksichtigt

Der Vollständigkeit halber sei noch folgendes erwähnt: Die Tumordicke nach Breslow ist seit einigen Jahren nicht mehr das einzige Kriterium, das zur Tumor-Klassifikation des Primärtumors beim Malignen Melanom berücksichtigt wird. Heutzutage bezieht der Histologe in seiner Beurteilung generell sowohl die Geschwürbildung (Ulzeration) als auch – seit 2009 – zusätzlich bei Melanomen ≤ 1,0 mm noch die Zellteilungsrate (Mitoserate) mit ein.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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