Was bedeutet TNM-Klassifikation beim Malignen Melanom?

Die TNM-Klassifikation dient der genauen Einteilung sämtlicher Tumoren (nicht nur des Malignen Melanoms) nach verschiedenen Kriterien, und zwar international. T steht hierbei für den Ursprungstumor, N für Lymphknoten (Noduli) und M für Metastasen, also die Absiedelung von Krebszellen in andere Körperregionen.

Schaffung einer einheitlichen Sprache

Die bereits in den 50er Jahren entwickelte und im Verlauf optimierte TNM-Klassifikation ist inzwischen ein weltweit etabliertes homogenes System zur Stadieneinteilung verschiedener Krebserkrankungen. Nach Vorgaben der "Internationalen Vereinigung gegen Krebs" (UICC) lässt sich das Maligne Melanom dadurch in fünf Tumorstadien (von 0 bis 4) mit entsprechender Untergruppierung (A bis C) einordnen und somit bewerten.

Die T-Klassifikation gibt dabei die Größe und Ausbreitung des Ursprungstumors (Primärtumor) wieder und beruht auf der mikroskopisch-feingeweblichen Untersuchung des Gewebes. Bei seiner Beurteilung bezieht der Histologe neben der Tumordicke nach Breslow auch die Geschwürbildung (Ulzeration) und zum Teil die Zellteilungsrate (Mitoserate) des untersuchten Hautkrebses mit ein.

Die N-Klassifikation gibt an, ob und in wie vielen benachbarten Lymphknoten bzw. Lymphabflussgebieten Krebszellen gefunden wurden. Das M steht dagegen für (Fern-)Metastasen und beschreibt, ob Tochtergeschwülste bereits in andere Körperregionen bzw. Organe abgesiedelt sind.

An dieser Stelle sei zur besseren Übersicht folgende Tabelle aufgeführt:

T (Tumor)

Tis

T0

T1-4

Krebsvorstufe

kein Primärtumor nachweisbar

Tumor in zunehmender Größe

N (Noduli)

N0

N1-3

keine Lymphknoten befallen

zunehmender Befall von Lymphknoten (bzw. Metastasen im benachbarten Lymphabflussgebiet)

M (Metastasen)

M0

M1

keine Fernmetastasen

eine oder mehrere Fernmetastasen

Vorteile der TNM-Klassifikation

Das TNM-System hat einige Vorzüge. So ermöglicht die Einteilung beispielsweise, dass alle beteiligten Personen (u. a. Haut- und Hausarzt, Histologe und Laborarzt, evtl. einbezogene Chirurgen und Radiologen) die gleichen Informationen über die Art und Ausbreitung einer Hautkrebserkrankung erhalten.

Dadurch kommt es in der Kommunikation nicht nur zu weniger Missverständnissen, sondern es besteht auch für Sie ggf. ein leichterer Zugang zu innovativen Behandlungsoptionen im Rahmen von internationalen Studien. Die einheitliche Systematik in der Stadieneinteilung von bösartigen Tumoren trägt nämlich maßgeblich dazu bei, dass sich Experten auch länderübergreifend problemlos austauschen und beraten können.

Weitere Vorteile der TNM-Klassifikation sind neben der besseren Aussage zur Prognose des Malignen Melanoms auch die zielgerichteteren Therapiemöglichkeiten entsprechend dem diagnostizierten Tumorstadium.

Autorin: Dr. med. Sonia Trowe

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