Rosacea: „Fluch der Kelten“

Rosacea Rote Äderchen an den Wangen, Pusteln und Pickel im Gesicht – im Grunde harmlos, kann Rosacea zur großen psychischen Belastung werden. Besonders häufig trifft es Menschen mit „keltischem Hauttyp“ – sprich blasser Haut und hellen Haaren. Aber die Krankheit ist behandelbar.

Scharfe Currys beim Inder sind kritisch, das Glas Rotwein dazu geht gar nicht – dann fängt das Gesicht von Ulrike B. buchstäblich an zu blühen. Die 38-Jährige  ist nicht allein mit diesem Problem: In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an der anhaltenden Gesichtsrötung Rosacea – einer der häufigsten Hautkrankheiten im Erwachsenenalter. Betroffen sind vor allem Menschen mit hellem Hauttyp und blonden oder roten Haaren, dem die Krankheit den Namen „Fluch der Kelten“ verdankt.

Sonnenstrahlen besonders problematisch

Die Ursache dieser chronisch entzündlichen Hauterkrankung ist nicht eindeutig geklärt. Experten gehen davon aus, dass eine Störung des körpereigenen Immunsystems dabei eine Rolle spielt. Diese kann zu einer Fehlreaktion und damit zu Entzündungen der Gesichtshaut führen. Außerdem erweitern sich bei den Betroffenen dadurch vermehrt Gefäße in der Gesichtshaut, was als anhaltende Rötung erscheint. Auch Haarbalgmilben – Demodex folliculorum – kommen zumindest als Auslöser infrage. Diese Mikroorganismen befinden sich zwar bei jedem Menschen auf der Haut, bei Rosacea-Betroffenen sind es aber überdurchschnittlich viele.

Während es bei Ulrike B. vor allem scharfe Gewürze und Alkohol sind, die ihr die Röte ins Gesicht treiben, führen bei anderen beispielsweise starke Temperaturschwankungen, körperliche Anstrengung oder psychischer Stress zu einem Schub. Besonders empfindlich reagiert die Rosacea-Haut auf Sonnenstrahlen. Die Wärmestrahlen des Sonnenlichts begünstigen die Erweiterung der Äderchen im Gesicht. Außerdem stören die UVA- und UVB-Strahlen die natürliche Immunabwehr des Körpers und fördern damit die Entzündungsprozesse in der Haut.

Um seine persönlichen Auslösefaktoren herauszufinden, kann  ein Rosacea-Tagebuch sinnvoll sein, in dem Betroffene notieren, in welchen Situationen sie einen Schub haben. Allerdings lassen sich nicht alle Auslöser vermeiden. Hat der Hautarzt eine Rosacea -diagnostiziert, ist es daher wichtig, sie gezielt zu behandeln.

Entzündung mildern, Milben reduzieren

Neue Wirkstoffe, die auf die Bedürfnisse der empfindlichen Haut abgestimmt sind, können die Entzündungen mildern. Auch die bei Rosacea-Patienten erhöhte Anzahl an Demodex-Milben lässt sich gezielt mit modernen Therapien reduzieren.

Voraussetzung dafür, dass die Haut Rosacea-Geplagter gesund und frisch aussieht, ist aber, dass sie die Präparate genau nach ärztlicher Anweisung anwenden und den individuellen Auslösern so weit wie möglich aus dem Weg gehen.

Autorin: Cornelia Weber

Patienten Journal Reise & Gesundheit 2/2016

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