Worauf muss man bei der Narbenpflege achten?

Generell gilt: Je früher man mit der Narbenpflege beginnt, desto besser. Sind die Wundränder geschlossen, kann mit der Narbennachbehandlung begonnen werden.

Folgendes sollte man berücksichtigen, um die Narbenbildung günstig zu beeinflussen:

Sonne, Solarium & Kälte meiden

Frische Narben sollte man mindestens zwei bis drei Monate nach der Operation vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Denn durch die UV-Strahlung kann sich die vernarbte Haut dauerhaft heller oder dunkler färben. Das Gleiche gilt für künstliche UV-Strahlen im Solarium.

Zudem sollten die Narben keinen starken Temperaturreizen ausgesetzt werden. Denn sehr hohe Temperaturen (Saunabesuche z. B.) und Kälte können die Narbenbildung negativ beeinflussen, indem sie den Regenerationsprozess des Gewebes stören. Wichtig: Die Narbe sollte möglichst immer mit einem besonders lichtstarken Sonnenschutzmittel vor der UV-Strahlung geschützt werden. Die Narbe kann auch mit einem Verband abgedeckt werden.

Keine enge Kleidung

Das dünne Narbengewebe reagiert sehr empfindlich auf äußere Reize. Auf das Tragen enger oder scheuernder Kleidungsstücke sollte man daher besser verzichten. Reizungen mit Rötungen und Verhärtungen könnten die Folge sein und die Narbenbildung negativ beeinflussen.

Dehnung vermeiden

Nach einer Operation sollte man einige Tage komplett auf Sport verzichten. Wie lange man sich schonen muss, hängt natürlich in erster Linie von der Operationsstelle ab. Narben, die nahe am Knochen liegen (z. B. am Ellenbogen, Schienbein oder am Fußknöchel) sind besonders empfindlich. Sie können durch einen Sturz (Aufprall, Zusammenstoß) beim Sport relativ leicht aufplatzen. Auf jeden Fall sollten alle Bewegungen, die die Haut im Narbenbereich dehnen könnten, in den ersten Monaten vermieden werden.

Narbengele & Massagen

Narbencremes oder -gele (z. B. Contractubex) enthalten spezielle Wirkstoffe, die den Heilungsprozess der vernarbten Haut positiv beeinflussen. Sie machen das neue Gewebe elastischer und verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sich erhöhte Narben bilden. Außerdem beugen sie Rötungen und Juckreiz vor. Am besten ist es, wenn man die Präparate in die Narbe sanft einmassiert, um die Durchblutung des Narbengewebes zu fördern und, um Verklebungen im Bindegewebe aufzulockern. Wichtig: Die Cremes sollten zwei- bis dreimal täglich über mehrere Wochen in die Haut einmassiert werden. Nur dann können diese Präparate auch wirklich zu einer besseren Narbenheilung beitragen.

Silikongel-Folien

Bei überschießender Narbenbildung oder auch zur Behandlung älterer Narben können Silikongele und Silikongel-Folien verwendet werden. Sie wirken hydrierend und unterstützen die Rückbildung des Narbengewebes.

Autorin: Nina Peterz

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