Wie wird ein Narbenbruch behandelt?

Ein Narbenbruch bildet sich nicht von alleine wieder zurück. Ganz im Gegenteil: Die Muskelschichten weichen mit der Zeit immer weiter auseinander und der Bruch wird immer größer.

Zudem besteht die Gefahr, dass der Bruchsack eingeklemmt wird und Darmteile absterben.

Das heißt: Eine Narbenhernie (auch ein kleiner Narbenbruch) erfordert in der Regel immer eine Operation. Dabei ist Folgendes zu beachten: Eine Narbenbruch-OP sollte erst dann erfolgen, wenn die Wundränder stabil genug sind. Das heißt, frühestens drei Monate bis ein Jahr nach der Voroperation.

Operationsverfahren

Ein Narbenbruch kann auf unterschiedliche Weise operiert werden. Generell kann zwischen der „offenen Operation“ und der „geschlossenen Operation“ (im Volksmund auch Schlüssellochoperation) unterschieden werden.

Offene Operation

Bei der offenen Narbenbruch-Operation wird die Bauchdecke mit einem Schnitt geöffnet. Anschließend legt der Chirurg den Bruchsack frei und schiebt ihn wieder in die Bauchhöhle zurück.

Welches Verfahren angewendet wird, um die Bauchwand wieder zu verschließen, hängt von der Art und Größe des Bruchs sowie vom Alter und Zustand des Patienten ab. Ein kleiner Narbenbruch wird in der Regel mit einer direkten Naht verschlossen. Bei größeren Narbenbrüchen kommt meist ein stabilisierendes Kunststoffnetz zum Einsatz.

Schlüssellochoperation

Bei der geschlossenen Operationstechnik wird über einen kleinen Bauchschnitt und mittels einer Kamera operiert. Mit dieser Methode lassen sich meist sehr gute kosmetische Ergebnisse erzielen. Zudem gilt diese Technik als sehr schonend für den Patienten – die Schmerzen nach der Operation sind geringer. Die Schlüssellochoperation kann allerdings nicht bei jedem Patienten durchgeführt werden. Autorin: Nina Peterz

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