Wie erkenne ich einen Narbenbruch?

Eine Narbenhernie kann, muss aber keine Schmerzen verursachen. Zu Beginn macht sich ein Narbenbruch meist durch ein Ziehen in der Narbe bemerkbar.

Wenn bei einer Operation die Muskelschichten der Bauchdecke durchtrennt werden, ist das Gewebe danach weniger stabil und kann wieder auseinanderzuweichen. Wenn sich erst einmal eine Lücke in der Bauchwand gebildet hat, kann sich der agile Darm leicht einen Weg nach außen bahnen. Betroffene bekommen das bald zu spüren.

Abnorme Vorwölbung

Schwellung beim Narbenbruch Schwellung beim Narbenbruch

Häufig kommt es zu einer Schwellung und Vorwölbung der Bauchdecke. Im Laufe der Zeit kann diese Schwellung immer größer werden.

Typisch für einen Narbenbruch ist außerdem, dass die Beschwerden häufig zunehmen, wenn die Bauchmuskulatur angespannt wird, beispielsweise beim Husten, Stuhldrang (Pressen) oder körperlicher und sportlicher Tätigkeit (z. B. beim Heben schwerer Lasten). Die Baucheingeweise werden dabei nach außen gedrückt und zwängen sich durch die bestehende Muskellücke hindurch.

Bei der Untersuchung wird der Arzt Sie daher vielleicht auffordern, die Bauchmuskulatur kräftig anzuspannen (sogenannter Pressversuch), um seine Verdachtsdiagnose zu erhärten.

Ein Narbenbruch kann sich auch auf den Allgemeinzustand auswirken. So kann z.B. die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen abnehmen.

Gefährlich: Einklemmung

Plötzlich auftretende,akute Schmerzen (kolikartige Bauchschmerzen mit Fieber, Übelkeit und Erbrechen) deuten meist darauf hin, dass der durchgetretene Darm eingeklemmt ist. Werden Darmanteile in der Bruchlücke eingeklemmt, kann es zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss kommen. Unter Umständen drohen Darmanteile abzusterben, die nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden.

Das bedeutet: Ein eingeklemmter Narbenbruch erfordert sofortigen Handlungsbedarf und muss umgehend operiert werden.

Monströse Hernie

Zudem kann sich ein Narbenbruch in seiner Größe stark ausweiten und einen Durchmesser von bis zu fünfzehn Zentimeter einnehmen. Die Rede ist dann von einem sogenannten "monströsen" Narbenbruch. Bei diesem Narbenbruch muss das Baucheingeweide im Rahmen einer Operation wieder zurückgeschoben werden.

Autoren: Nina Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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