Was sind hypertrophe Narben?

Hypertrophe Narben sind Folge einer überschießenden Bildung von Bindegewebe. Meistens treten sie kurz nach der Wundheilung auf.

Die Narben sind dann wulstig und ragen über das umliegende Hautniveau hinaus, bleiben allerdings auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Sie können stark gerötet sein. Außerdem können sie schmerzen und jucken.

Hypertrophe Narben entstehen häufig, wenn die Wunde zu wenig bzw. nicht geschont wird. Durch die ständige Zugkraft, der die Wunde ausgesetzt ist, richten sich die Kollagenfasern in Richtung des Zugreizes aus. Die andauernde Spannung führt zu einer vermehrten Bildung von Blutgefäßen und Bindegewebe. Wulstartige, stark gerötete hypertrophe Narben sind die Folge.

Erhabene Narben können aber auch durch eine Wundinfektion oder durch eine größere Verletzung mit großem Gewebeverlust (z. B. nach einer Verbrennung oder Bisswunde) begünstigt werden. Vor allem junge Menschen zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr sind häufig davon betroffen. Sie neigen besonders häufig zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe.

Spontane Rückbildung ist nicht ausgeschlossen

Es kann vorkommen, dass sich eine hypertrophe Narbe ohne Behandlung nach ein bis zwei Jahren von selbst wieder vollständig oder teilweise zurückbildet. Um erhabene Narben vorzubeugen, ist es wichtig schon bei der Operation darauf zu achten, dass die Wunde möglichst spannungsfrei vernäht wird. Zudem sollte der Operationsschnitt wenn möglich entlang der natürlichen Hautspaltlinien gesetzt werden. Das ist unter anderem auch Grund dafür, warum der Bauchschnitte von Operationen, z. B. beim Kaiserschnitt, quer angesetzt wird.

Autorin: Nina Peterz

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