Warum muss Nagelpilz bei Diabetes besonders ernst genommen werden?

Diabetiker haben eine geschwächte Immunabwehr und sind stark gefährdet, einen Nagelpilz zu bekommen. Der Grund ist, dass der Blutzuckerspiegel große Auswirkungen auf das Immunsystem hat.

Die Abwehr in unserem Körper, das Immunsystem, sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Eine besondere Art von Leukozyten sind die Phagozyten, die Erreger von Infektionen erkennen und vernichten. Diese Funktion ist bei Diabetikern geschwächt.

Krankheitserreger und Pilzinfektion können sich leichter manifestieren. Hinzu kommt die schlechte Durchblutung, Gefühlsverlust sowie eventuelle Nervenschädigungen. Werden kleine Verletzungen oder Wunden nicht sofort bemerkt, kann sich bei einem vorgeschädigten oder verletzten Zehennagel ein Nagelpilz entwickeln. Das geschwächte Immunsystem kann eine Pilzinfektion nicht immer abwehren.

Gefahr durch harmlose Wunden

Harmlose Wunden und Infektionen können bei Diabetikern fatale Folgen haben. Durch Gefühlsstörungen und schlechte Durchblutung, besonders der Füße, ist der gesamte Stoffwechsel gestört. Veränderungen der Haut und Nägel werden nicht rechtzeitig bemerkt. Hat sich ein Nagelpilz entwickelt, ist die oberste Nagelschicht geschädigt und weitere Bakterien können sich ungehindert verbreiten.

Das geschwächte Immunsystem der Diabetiker kann Krankheitserreger nicht abwehren. So können kleine Wunden und Pilzinfektionen ausarten.

Ist die Nagelsubstanz porös oder der Nagel wächst in die Höhe, zeugt das vom schlechten Kreatin der Nagelplatte, die ein Nagelpilz begünstigt.

Fadenpilze der Haut (Dermatophyten) werden im Anfangsstadium nicht mit bloßem Auge wahrgenommen und von Diabetikern durch die Gefühlsstörungen nicht bemerkt. Die Pilzsporen breiten sich auf den Zehennagel aus, um sich von dem Kreatin zu ernähren.

Bei Nichtbehandlung verbreitet sich die Infektion aus. Es ist nicht selten, dass der gesamten Körper befallen wird oder eine Blutvergiftung entsteht. Im schlimmsten Fall eine Amputation

Bei Diabetikern ist absolute Fußhygiene notwendig.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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