Zu welchem Arzt mit Nagelpilz? Oder lieber gleich zum Podologen?

Bei Verdacht auf Nagelpilz sollten Sie sofort handeln und einen Arzt aufsuchen. Wird im frühen Stadium der Pilz behandelt, haben Sie gute Chancen auf eine schnelle Heilung bei konsequenter Durchführung. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Behandlung einige Jahre in Anspruch nehmen.

Sowie Sie einen Verdacht auf Nagelpilz haben, scheuen Sie sich nicht Ihren Hausarzt aufzusuchen, der Sie bei Bedarf zu einem Facharzt überweist. Nehmen Sie den direkten Weg zu einem Dermatologen, sorgen Sie dafür, dass Ihr Hausarzt einen Bericht erhält. Das ist unbedingt notwendig. Im Labor werden Nagelproben mikrobiologisch untersucht. Danach richtet sich die weitere Behandlung mit einem Antimykotikum. Die darin enthaltenen Wirkstoffe können Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten haben.

Kann der Podologe bei Nagelpilz helfen?

Bei einem Nagelpilz ist neben einem Arztbesuch eine podologische Behandlung zu empfehlen. Der Podologe unterstützt und beschleunigt die Behandlung und ist beratend tätig. Um den Nagelpilz keine Möglichkeit zu geben sich zu vermehren, muss der Nagel sehr kurz und dünn gehalten werden. Bei einer Selbstbehandlung ist das so gründlich nicht möglich.

Das macht der Podologe:

Zuerst wird die mykotische Nagelplatte schmerzfrei abgefräst und gekürzt, ohne das Nagelbett zu verletzen. Bei sehr dicken Nägeln werden zusätzlich Tinkturen beim Abfräsen mit verwendet. Sobald die Nagelplatte Luft bekommt, breitet sich der Pilz nicht so schnell aus, denn das feuchte-warme Milieu existiert nicht mehr. Irrtümlich wird angenommen, dass Pilzsporen mit dem Nagel rauswachsen. Das stimmt nicht, die Sporen ziehen nach unten zur Matrix. Der Podologe wird immer etwas mehr von der Nagelplatte entfernen, als mit bloßem Auge zu erkennen ist. Im Anfangsstadium ist das wichtig, wenn sich in der Mitte oder an der Seite des Nagels Rillen gebildet haben. Sobald eine normale, dünne Nagelplatte erhalten ist, dringen die Medikamente besser ein und können ihre volle Wirkung entfalten.

Bei einer Selbstbehandlung mit Feilen und Scheren sind schlimme Verletzungen nicht selten.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

Anzeigen