Kann Lichen ruber planus Haarausfall auslösen?

Ja, das ist möglich. Eine Knötchenflechte kann auch die Kopfhaut (Lichen planopilaris) befallen. Dabei stirbt das Follikelepithel der Haarzellen – also die Zellschicht, die das neu wachsende Haar an der Wurzel sackförmig umgibt – ab und das Haar fällt aus. Mediziner sprechen von einer narbigen Alopezie (vernarbender Haarausfall).

Eine Knötchenflechte an der Kopfhaut äußert sich durch rötlich-bläuliche Knötchen an der Kopfhaut (bzw. an den Haarfolikeln). Die Rötungen sind meist flächig und können sich über die gesamte Kopfhaut ziehen. Zudem wird die Haut schuppig bis schorfig und beginnt meist stark zu jucken.

Lichen Planopilaris – was tun?

Wird ein Lichen planopilaris festgestellt, kann eine Behandlung mit einem starken Glukokortikoid dabei helfen, den Juckreiz zu lindern. Das Kortison-Präparat wird dabei in Form einer Tinktur auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. In besonders schweren Krankheitsfällen kann der Arzt „Acitretin“ (ein Vitamin A-Säure-Präparat) oder „Ciclosporin“ (Immunsuppressivum, welches die Funktionen des Immunsystems vermindert) verordnen. Letzteres darf allerdings nicht mit einer Lichtbehandlung kombiniert werden und ist für die Behandlung des Lichen ruber noch nicht offiziell zugelassen.

Die Therapie eines Lichen planopilaris gestaltet sich in der Regel sehr schwierig und muss häufig über mehrere Jahre hinweg erfolgen. Oft auch besteht die Erkrankung bereits seit Jahren, ehe der Betroffene sie bemerkt. Eine frühzeitige Diagnosestellung ist allerdings wichtig, um einen rasch voranschreitenden Haarausfall noch im Anfangsstadium aufzuhalten. Denn sind die Follikelepithelzellen erstmals zerstört, bleiben meist große, haarlose Narbenfelder zurück. Die kahlen Stellen können dann nur mehr durch eine kosmetische Korrektur (Haartransplantation) behandelt werden.

Autor: Nina Peterz

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