Was ist ein Lichen ruber planus?

Als Lichen ruber planus (Knötchenflechte) wird eine schubartig verlaufende Erkrankung der Haut bezeichnet. Die Hauterkrankung äußert sich durch einen juckenden Hautausschlag, der häufig im Bereich der Handgelenke sowie der Unterschenkel-, Fuß- und Knöchelregion ausbricht.

Der Ausschlag kann sich aber auch am gesamten Körper ausbreiten. So können zum Beispiel auch die Schleimhäute des Mundes (Zunge, Lippen, Speiseröhre) aber auch die Genitalschleimhäute (Scheideneingang, Eichel oder Penis) und die Analregion davon betroffen sein.

Der Ausschlag äußert sich durch blassblau-rötliche Knötchen (Papeln) auf der Haut, der häufig mit einer weißlichen, netzartigen Zeichnung an der Oberfläche (sog. Wickham-Streifen, besonders gut sichtbar bei Befall der Mundschleimhaut) einhergeht. Zusätzlich leiden Betroffene unter einem Juckreiz, der unterschiedlich stark sein kann. Ein Teufelskreis: Denn häufiges Kratzen kann die Haut reizen und es können sich neue Entzündungsherde (Knötchen) bilden.

Die Ursache, warum jemand an Lichen ruber planus erkrankt, ist nach wie vor unklar. Experten vermuten, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt – eine Krankheit, bei der sich das Abwehrsystem (Immunsystem) "irrtümlich" gegen körpereigene Strukturen richtet. Der Körper greift sich quasi selbst an.

Ist Lichen ruber planus ansteckend?

Lichen ruber planus ist eine relativ häufig auftretende Hauterkrankung, die meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auftritt. Etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung - sowohl Männer als auch Frauen - sind davon betroffen. Bei Lichen planus handelt es sich jedoch um keine ansteckende Krankheit. Das heißt, man kann ihn nicht von anderen Personen bekommen oder an diese übertragen. Jedoch kann er die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinflussen. Glücklicherweise besteht Grund zur Hoffnung: Denn in vielen Fällen heilt die Krankheit nach einigen Monaten oder auch Jahren von selbst wieder ab, ohne dabei Narben zu hinterlassen.

Autor: Nina Peterz

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