Talgzyste oder Grützbeutel: Kann Zugsalbe zur Heilung beitragen?

Das Auftragen von Zugsalbe kann kein Atherom zum Verschwinden bringen. Allerdings kann es dabei helfen, dass ein entzündetes Atherom schneller abklingt. Die Zugsalbe gehört daher bei der Behandlung eines infektiösen Atheroms zur Standardtherapie.

Zugsalben (auch Ziehsalben) genannt, besitzen eine durchblutungsfördernde, schmerzlindernde aber auch entzündungshemmende Wirkung. Außerdem vermindern sie den Talgfluss und tragen dazu bei, dass Abszesse (Eiterherde) schneller reifen und sich öffnen. Mit dem Durchbruch des Eiters nach außen kann der Arzt den Eiter entfernen und die Wunde spülen. Zusätzlich zur lokalen Therapie mit Zugsalbe, wird ein entzündetes Atherom meist auch mit einem Antibiotikum behandelt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.

Um das Atherom jedoch vollständig zu entfernen, muss es aus dem Gewebe herausgeschnitten werden. Dieser Eingriff ist allerdings erst möglich, wenn die bakterielle Infektion vollständig abgeklungen ist und sich kein Eiter mehr in der Zyste befindet. Wird die Entzündung richtig therapiert, sollte sie in der Regel nach vier bis sechs Wochen abgeklungen sein. Erst dann kann der Arzt das Atherom chirurgisch entfernen.

Zugsalbe auf nicht entzündeten Atherom

Zugsalbe kann auch zur Behandlung eines nicht entzündeten Atheroms angewandt werden. Durch das Auftragen der Salbe auf die betroffene Hautstelle kann sich das Atherom öffnen und der Inhalt der Zyste leeren. Verantwortlich dafür sind die hautaufweichenden Substanzen in der Salbe. Da das Atherom nun nicht mehr prall mit Flüssigkeit gefüllt ist, erscheint es etwas kleiner - verschwindet aber nicht. Grund dafür, dass sich Atherome, nicht einfach mithilfe von Zugsalbe behandeln lassen, ist, dass die Zysten nicht nur aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum bestehen, sondern aus einer Kapsel, die sich immer wieder neu mit Sekret befüllt. Das wiederum heißt, dass die Kapsel nur durch einen Arzt chirurgisch entfernt werden kann, nicht aber durch die Behandlung mit Zugsalbe.

Autorin: Nina Peterz

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