Was ist Akne inversa?

Akne inversa (Acne inversa oder Hidradenitis suppurativa) ist eine eher selten auftretende Hauterkrankung, bei der es zu großflächigen Entzündungen der Haarwurzelausführungsgänge und der Talgdrüsen kommt. Typisch sind Eiteransammlungen, Abszesse oder auch Fisteln.

Frauen zwischen 20 und 30 am häufigsten betroffen

Im Gegensatz zur normalen Akne (vulgaris) tritt die Akne inversa insbesondere im Bereich der Achseln, der Leisten, der Oberschenkel-Innenseiten sowie der Genitalregion und der Pofalte auf. In seltenen Fällen können Bauch oder Brustfalte (und auch andere Körperstellen) davon betroffen sein. Die Hauterkrankung bricht häufig bei Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr aus. Meist leiden Menschen mit Akne inversa auch an normaler Akne.

Unsere 10 wichtigsten Tipps gegen Akne

weiterlesen...

Wichtig: Die eitrigen Pusteln lösen starke Schmerzen aus und können daher die Lebensqualität stark beeinflussen. Wer vermutet, an einer Akne inversa erkrankt zu sein, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt kann sich die Hauterkrankung immer weiter ausbreiten und chronisch werden. Außerdem können sich Verbindungsgänge von der Haut zu anderen Organen (Fisteln) bilden.

Schübe sind typisch

Bei der Akne inversa handelt es sich um eine sehr hartnäckige Hauterkrankung. Das heißt: Selbst wenn sie zum Beispiel chirurgisch entfernt wurde, kann sie immer wieder (in Schüben) neu aufflammen und sich entzünden.

Je nach Schweregrad der Erkrankung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei einer fortgeschrittenen Akne inversa (bei tiefen Fisteln und Narben) muss die gesamte Haut samt Unterhautfettgewebe der betroffenen Regionen operativ entfernt werden. Eine Therapie mit Antibiotika ist nur in einem sehr frühen Stadium möglich.

Was passiert bei Akne inversa?

Bei Akne inversa wird durch eine „Verhornungsstörung“ der Ausführungskanal der Talgdrüse verstopft. Verhornungsstörung bedeutet, dass zu viele Zellen an die Hautoberfläche geschickt werden und Schüppchen, die eigentlich mit dem Talg aus den Hautporen abfließen müssten, den Ausgang der Talgdrüsen verstopfen und sich anstauen. Die Haarwurzeln und Talgdrüsen füllen sich immer mehr und mehr mit Hornmaterial an.

Infektion durch Bakterien

Eingeschlossene Bakterien (meist Staphylococcus aureus) sorgen dafür, dass sich die Haarwurzel und die zugehörige Talgdrüse entzünden, sodass unter der Haut ein schmerzhafter Knoten entsteht. Immer mehr Eiter sammelt sich in der Talgdrüse an und bringt die Talgdrüsenzyste irgendwann zum Platzen. Die Entzündung breitet sich im Gewebe aus und die Schweißdrüsen werden in die Entzündung mit einbezogen. Es entstehen schmerzhafte Geschwüre, Abszesse und im späteren Verlauf tiefe Fisteln und Narben.

Die Erkrankung führt meist zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Betroffene schämen sich häufig für ihre unschönen und oft übel riechenden Hautveränderungen und ziehen sich vor anderen Menschen zurück. Das kann Depressionen auslösen und zu sozialer Isolation führen.

Was erhöht das Risiko für die Akne inversa?

Die genauen Ursachen der Akne inversa sind bis heute nicht bekannt. Die Hauterkrankung kann durch verschiedene Faktoren verursacht sein. Risikofaktoren, welche die Hauterkrankung begünstigen, sind u.a.:

  • Bakterien: Eingeschlossene Bakterien können zu Entzündungen der Haarwurzel und Talgdrüse führen, so dass schmerzhafte Mitesser (Knoten) unter der Haut entstehen, die aufplatzen und dazu führen, dass sich die Entzündung auf das umliegende Gewebe weiter ausdehnt. Am Entzündungsprozess häufig beteiligt ist die Bakterienart Staphylococcus aureus. Es können aber auch andere Bakterien die Ursache sein.

  • Nikotinkonsum: Über 90% der Betroffenen sind Raucher. Mediziner vermuten, dass Nikotin bei einzelnen Bakterien wie Staphylococcus aureus wachstumsfördernd wirkt.

  • Übergewicht

  • starkes Schwitzen (Hyperhidrose)

  • mechanische Hautreizung (zum Beispiel durch Nassrasur, Schweiß oder enge Kleidung)

  • Stress oder psychische Belastungen (kann die Schwere des Verlaufes wesentlich beeinflussen)

  • erbliche Veranlagung (bei etwa einem Drittel der Betroffenen sind weitere Familienmitglieder erkrankt)

  • Rheumatische Erkrankungen (Akne inversa tritt in vielen Fällen zusammen mit rheumatischen Erkrankungen auf)

Autorin: Nina Peterz

Anzeigen