Wie kann der Arzt eine Belastungsinkontinenz (Stress-Inkontinenz) feststellen?

Deutliche Hinweise auf eine Belastungsinkontinenz (auch Stress-Inkontinenz genannt) erhält der Arzt bereits durch die Beschreibung der Beschwerden. Typischerweise geht ungewollt Urin ab, wenn der Druck im unteren Bauchraum zunimmt – etwa beim Husten, Niesen und/oder Lachen.

Medizinisch wird diese Belastungsinkontinenz dann als Schweregrad 1 (nach Ingelman-Sundberg) eingestuft. Verliert die oder der Betroffene Urin beim Heben von schweren Lasten, beim Treppensteigen oder beim Gehen, spricht dies für eine Belastungsinkontinenz Schweregrad 2. Als Grad 3 bezeichnet man, wenn jemand bereits im Stehen den Urin nicht mehr halten kann.

Selbstverständlich ist auch bei diesem Beschwerdebild zu prüfen, ob nicht eine andere Erkrankung für die Inkontinenz verantwortlich ist – etwa eine Blasenentzündung, Blasensteine oder ein Tumor.

Speziellere Untersuchungen

Im Zweifelsfall wird man den Druck in der Harnblase in gefülltem Zustand und während der Entleerung messen. Diese Untersuchungsmethode nennt man „Blasendruckmessung“ beziehungsweise „urodynamische Messung“.

Auch die Funktion des Blasenschließmuskels kann man prüfen, und zwar in Ruhe und während stärkerer Druckbelastung (etwa beim Husten). Dadurch lässt sich eine Belastungs- von einer Dranginkontinenz recht zuverlässig unterscheiden.

In manchen Fällen ist eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) zu empfehlen, etwa um Veränderungen der Blasenschleimhaut zu erkennen. Gelegentlich werden auch spezielle Labor- und/oder Röntgen-Untersuchungen notwendig, um die Diagnose sicher stellen zu können.

Autoren: Anna Haugg &