Wie kann der Arzt eine Dranginkontinenz diagnostizieren?

Zunächst wird Ihr Arzt im Gespräch nach Hinweisen auf mögliche Auslöser Ihrer Beschwerden fahnden. Ursache können beispielsweise Nebenwirkungen von einem Medikament sein, das Sie einnehmen, aber auch eine Infektion oder Verwachsungen infolge einer früher durchgeführten Operation.

Zur Standard-Diagnostik gehört (bei Frauen) auch eine gynäkologische Untersuchung. Dabei prüft Ihr Frauenarzt, ob sich die Gebärmutter und die Scheide abgesenkt haben, er beurteilt die Beschaffenheit Ihres Beckenbodens und kann am Zustand der Schleimhaut erkennen, ob ein Östrogenmangel vorliegt.

Die Untersuchung des Harns und eventuell auch des Scheidensekrets dienen dazu, eine Entzündung auszuschließen.

Von Ultraschall bis Tagebuch

Eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) lässt das Füllungsvermögen und den Füllungszustand der Blase erkennen. Außerdem lassen sich die Harnblase und die Harnröhre sowie deren Lage zueinander beurteilen. Dabei kann der Arzt auch prüfen, wie sich deren Lage beim Pressen oder Husten verändert.

Manchmal bringt auch das Führen eines Miktionstagebuchs (Miktion = Wasserlassen) neue Erkenntnisse über die genauen Umstände der Inkontinenz-Episoden und deren Zusammenhang mit anderen Faktoren.

Nur in speziellen Fällen notwendig sind eine Blasendruckmessung (Zystometrie), neurologische Untersuchungen, eine Spiegelung von Harnröhre und Blase (Urethro-Zystoskopie) oder eine Röntgenuntersuchung.

Autoren: Anna Haugg, M.A. &

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