Kann man das Beckenbodentraining nicht auch allein erlernen?

Es ist grundsätzlich eher zu empfehlen, ein Beckenbodentraining unter Anleitung eines speziell dafür geschulten Physiotherapeuten zu erlernen. Denn es geht nicht nur darum, die Übungen zu machen, es geht auch darum, sie richtig zu machen. Und ein Krankengymnast, der direkt vor Ihnen steht, ist natürlich ideal, wenn kleine Fehler in den Übungen korrigiert werden sollten.

Ist der Gang zur Krankengymnastik für Sie zeitlich nicht möglich oder gibt es andere Gründe dagegen, gibt es mittlerweile aber auch Alternativen. So bieten inzwischen viele Fitness-Studios und Volkshochschulen Kurse für Beckenbodengymnastik an. Dort können Sie in einer Gruppe gemeinsam mit anderen Frauen trainieren, was auch seine Vorteile hat. Das macht oft mehr Spaß und motiviert vielleicht stärker als Einzelstunden in der Krankengymnastik-Praxis.

Nicht zu früh aufgeben!

Eines ist bei all dem entscheidend: Damit das Beckenbodentraining zum Erfolg führt, sprich dem unfreiwilligen Harnabgang vorbeugt, müssen Sie Geduld aufbringen und die Übungen über einen längeren Zeitraum durchführen. Zwei bis drei Termine und dann Ausschleichen ist unnütz. Einen spürbaren Fortschritt erreicht man mit dem Training frühestens nach zwei bis drei Monaten. Das klingt anstrengend, aber es lohnt sich.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen