Was ist ein „Miktionstagebuch“ – und wozu dienen die Aufzeichnungen?

Ein Miktionstagebuch (das auch „Miktionsprotokoll“ genannt wird, Miktion = Wasserlassen) ist im Prinzip eine Tabelle mit fünf Spalten und 24 Zeilen (für 24 Stunden). In dieser Tabelle notieren Sie einige Tage lang genau, wann und wie viel Sie getrunken haben, wann ein Drang zum Wasserlassen auftrat und wann Sie die Toilette aufsuchten.

Wann und wie viel?

Die Menge des abgelassenen Harns gilt es grob zu schätzen, auf die genaue Angabe kommt es dabei nicht an. Anhand der Aufzeichnung sollte man lediglich nachvollziehen können, ob Sie nur einige Tropfen Wasser gelassen haben, oder ob viel Urin abgegangen ist.

Schließlich wird auch notiert, ob unwillentlich Harn abgegangen ist. Man kann das Ausmaß der Inkontinenz einstufen, indem man beispielsweise eine „0“ notiert für „kein Harnverlust“, 1 für wenig Harnverlust, 2 für mittelmäßig starken Harnverlust und 3 für erheblichen Harnverlust.

Auch zur Selbstkontrolle geeignet

Das Miktionsprotokoll kann falsche Trink- und Toilettenganggewohnheiten klarmachen und dient mitunter auch zur Selbstkontrolle bei eventuell notwendigen Verhaltensänderungen. Außerdem kann man anhand der Notizen objektiv beurteilen, ob die Behandlung Erfolg zeigt. Deshalb sollten Sie das Miktionsprotokoll Ihrem behandelnden Arzt zeigen.

Einige Tage lang ein Miktionstagebuch zu führen, ist vor allem für Menschen mit Dranginkontinenz sinnvoll. Denn viele Betroffene überschätzen die Zahl ihrer Toilettengänge während eines Tages deutlich. Die eigenen Notizen können also helfen, eine verzerrte Selbstwahrnehmung zu korrigieren.

Praktische Tipps:

  • Tragen Sie Ihre Angaben am besten immer sofort unter der entsprechenden Uhrzeit ein.
  • Die Trinkmenge sollten Sie nach jedem Getränk, das Sie zu sich genommen haben, in Millilitern notieren. Dafür empfiehlt es sich, zunächst das Fassungsvermögen Ihrer üblicherweise verwendeten Trinkgefäße (Kaffeetasse, Wasserglas usw.) zu messen: Füllen Sie das Gefäß mit Leitungswasser. Wenn Sie den Inhalt dann in einen Messbecher umfüllen, können Sie die Menge ganz genau bestimmen.

Autorin: Anna Haugg

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