Was genau lernt man bei einem Beckenbodentraining?

Die Beckenbodengymnastik wird unter Anleitung von Physiotherapeuten, in der Regel in einer Krankengymnastik-Praxis erlernt. Später können Sie die Übungen auch selbstständig zuhause fortführen. Das müssen Sie sogar, denn ein regelmäßiges Training ist entscheidend.

Nur eine dauerhafte Stärkung des Beckenbodens wirkt der der Blasenschwäche nachhaltig entgegen.

Tricks für den Alltag

In dem Training lernen Sie neben einer Stärkung des gesamten Beckenbereichs vor allem, die Belastung des Beckenbodens im Alltag zu reduzieren. So gibt es z.B. beim Anheben von schweren Gegenständen oder auch beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Treppensteigen bestimmte Techniken, die zu einer günstigeren Muskelanspannung führen – und damit die Blase entlasten.

Die Aussicht auf solch ein Training mag unbequem erscheinen, aber glauben Sie uns: Die Mühe lohnt sich.

Warum muss der Rücken bei schwachem Beckenboden gestärkt werden?

Die unteren Rückenmuskeln bilden mit dem Beckenboden eine funktionelle Einheit. Sind die unteren Rückenmuskeln schwach, ist der Beckenboden mit gefährdet – und umgekehrt.

Das Problem: Wer unter Rückenschmerzen leidet, schont seinen Rücken und arbeitet verstärkt mit den Armen. Diese werden kräftiger und der untere Rücken wird schwächer. Es geht dabei nicht um die großen Rückenmuskeln, sondern die sehr kleinen, die in den tieferen liegenden Schichten der Muskulatur vorhanden sind. Diese kleinen Muskeln haben die Aufgabe, den Rücken und den Beckenboden zu stabilisieren.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn & Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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