Was genau macht der Chirurg bei der TVT?

Der Operateur setzt unter örtlicher Betäubung zwei Hautschnitte oberhalb des Schambeins, die zirka einen Zentimeter lang sind, und zusätzlich einen Hautschnitt unter der Harnröhre im Bereich des Scheideneingangs.

Ähnlich wie ein Klettverschluss

Durch letzteren Schnitt legt er das Band so um die Mitte der Harnröhre, dass die beiden Enden bei den anderen beiden Schnitten oberhalb des Schambeins aus der Bauchdecke herausragen. Daran zieht er die Enden des Bandes hoch und hebt dadurch die Harnröhre so weit an, bis beim Husten kein Harn mehr verloren wird.

Das Band aus Polypropylen wird nicht angenäht. Es haftet aufgrund seiner gitterförmigen Netzstruktur – ähnlich wie ein Klettverschluss – am Gewebe. Schon nach kurzer Zeit wächst es dann im Gewebe ein.

Keine Vollnarkose notwendig

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, eine Vollnarkose ist also nicht notwendig. Die Operation dauert etwa 25 bis 30 Minuten. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff kann man spontan urinieren.

Danach bleibt man für kurze Zeit stationär im Krankenhaus; die allermeisten Frauen können am Tag nach der Operation wieder nach Hause gehen! Nach etwa zwei bis drei Wochen ist man wieder voll leistungs- und arbeitsfähig.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Anzeigen