Wann kommt bei Inkontinenz eine Operation in Betracht?

Eine Operation kann man in Betracht ziehen, wenn andere (nicht-operative) Behandlungsmethoden die Beschwerden nicht in ausreichendem Maß zu lindern vermochten. Das ist aber eher die Ausnahme.

Voraussetzung für ein chirurgisches Vorgehen ist außerdem ein klares operatives Konzept: Vorab ist zu klären, wie und durch welche operative Veränderung die gestörte Blasenfunktion wieder hergestellt werden kann und wie sich Früh- und Spätkomplikationen vermeiden lassen. Zu erwägen ist der Eingriff nur, wenn bei vertretbarem Risiko eine erhebliche Besserung oder Heilung der Inkontinenz zu erwarten ist.

Für die Praxis bedeutet das:

  • Zur Vorbereitung sind (bei Frauen) gynäkologische und urodynamische Untersuchungen (Harnfluss-Messungen) notwendig. Von diesen Befunden hängt es ab, welches operative Verfahren den größten Erfolg verspricht.
  • Über die Erfolgschancen und die Risiken des Eingriffs sollten Sie sich ausführlich informieren lassen!
  • Medizinisch betrachtet liegen die Erfolgsraten eines chirurgischen Eingriffs zwischen 60-90%. Allerdings hat eine Untersuchung von operierten Frauen ergeben, dass nur jede zweite mit dem Ergebnis wirklich zufrieden war.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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