Was versteht man unter einer „überaktiven Blase“?

„Überaktive Blase“ ist eine im Volksmund weit verbreitete Bezeichnung für das Phänomen, dass man bei Harndrang den Urin nicht mehr so gut halten kann. Medizinisch nennt man das Dranginkontinenz.

Eine gesunde Blasenfunktion basiert auf einem perfekten Zusammenspiel von Nervenimpulsen und der zeitlich genau aufeinander abgestimmten Funktion von Blasen- und Schließmuskeln. Selbst die kleinste Störung dieses komplexen Systems kann zu den Beschwerden einer überaktiven Blase führen.

Zu den typischen Symptomen einer überaktiven Blase zählen:

  • plötzlich auftretender, zwingender Drang zum Wasserlassen („imperativer Harndrang“)
  • häufiger Harndrang (mehr als acht Toilettengänge in 24 Stunden)
  • nächtliches Aufwachen durch Harndrang (Nykturie)
  • Einnässen aufgrund von Harndrang („Dranginkontinenz“)

Die Beschwerden durch eine überaktive Blase können grundsätzlich in jedem Alter auftreten; Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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