Bei welcher Form der Blasenschwäche hilft Tolterodin?

Der Wirkstoff Tolterodin (im Handel auch unter Detrusitol®) ist ein Mittel gegen die sogenannte Drang-Inkontinenz, die überaktive Blase. Dabei kommt es zu unfreiwilligem Harnabgang, weil die Blasenmuskeln in gewisser Weise verrückt spielen und sich schon bei kleinsten Reizen zusammenziehen. Typisch ist ein fast ständig bestehender Harndrang.

Tolterodin greift in diesen Prozess ein, in dem es die Schließmuskeln der Blase beruhigt und entspannt. Das Medikament haftet sich an bestimmte Rezeptoren an, die für die Anspannung der Blasenmuskeln verantwortlich sind: die Muscarin-Rezeptoren. Wenn sich Tolterodin an diese Rezeptoren bindet, können die nicht mehr vernünftig arbeiten und die ständige Anspannung der Harnblase lässt nach.

Bei der anderen wichtigen Form der Blasenschwäche, die auf eine Bindegewebsschwäche zurückgeht und bei der die Blase vor allem beim Heben von Lasten oder beim Niesen träufelt (Belastungsinkontinenz), ist Tolterodin nicht geeignet.

Wirkung leider nicht nur an der Blase

Für die, die es etwas genauer wissen wollen: Die Muscarin-Rezeptoren werden normalerweise durch den Botenstoff Acetylcholin aktiviert. Tolterodin verhindert, dass Acetylcholin sich an die Rezeptoren binden kann, es verdrängt den Botenstoff.

Aus der verminderten Wirkung von Acetylcholin erklären sich auch einige der häufigeren Nebenwirkungen von Tolterodin, zum Beispiel Nervosität und Sehstörungen.

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